Innsbruck: Trio mit Schlagring

Es muss schon einen Anfangsver­dacht gegeben haben, son­st wären wohl nicht Beamte vom Ver­fas­sungss­chutz vor der Tür ges­tanden, die auf der Suche nach einem (ver­bote­nen) Schla­gring waren. Ein junger Mann öffnete und zeigte den Ver­fas­sungss­chützern bere­itwillig die Waffe. Damit waren die Ermit­tlun­gen aber nicht been­det – im Gegen­teil! Sie ende­ten mit ein­er Anklage und Verurteilung wegen NS-Wieder­betä­ti­gung beim Inns­bruck­er Landesgericht.

Die Ver­fas­sungss­chützer hat­ten beim Blick in die Woh­nung des Unter­län­ders noch zwei met­al­lene Son­nen­räder an der Wand ent­deckt. Durch die recht ein­deuti­gen Sym­bole ange­s­pornt, woll­ten die Beamten die Woh­nung noch etwas näher inspizieren. Der Türöffn­er fand das Begehren der Ver­fas­sungss­chützer nicht selt­sam und zeigte ihnen bere­itwillig die restlichen Räume, in denen dann auch weit­eres Ein­schlägiges gefun­den wurde.


Sym­bol­bild; © Polizei Baden-Würt­tem­berg, cc-by-sa
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Daraufhin began­nen die eigentlichen Ermit­tlun­gen, die in den Prozess wegen NS-Wieder­beitä­ti­gung mün­de­ten. Vor Gericht fand sich aber nicht nur der offen­herzige Mann (32) mit dem Schla­gring als Angeklagter wieder. Auch zwei Kam­er­aden von ihm mussten auf die Anklage­bank und ver­sucht­en die Anklage als „Unfug“ zu entkräften.

Über den Prozess vor dem Geschwore­nen­gericht berichtete nur die „Kro­ne“ (Tirol) am 28.6., son­st kein Medi­um! Dementsprechend knapp sind die Infor­ma­tio­nen dazu. Alle drei Angeklagten wur­den schuldig gesprochen und fassten – so die „Kro­ne“ – mehrmonatige Haft­strafen mit Bewährungs­frist aus. Zusät­zlich wur­den aber Geld­strafen in der Höhe zwis­chen 3.900 und 7.200 Euro aus­ge­sprochen. Die Urteile sind aber noch nicht rechtskräftig.