Korneuburg /Stockerau (NÖ): Party mit Hitler

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Drei Jugend­li­che aus Sto­cker­au muss­ten sich wegen Nazi-Par­tys vor dem Lan­des­ge­richt Kor­neu­burg ver­ant­wor­ten, berich­ten die NÖN (9.6.2015). Die drei Jugend­li­chen (19, 18 und 17) hat­ten in Sto­cker­au Par­tys mit Nazi-Deko und Nazi-Devo­tio­na­li­en ver­an­stal­tet. Natür­lich kam dabei auch der Hit­ler­gruß zur Anwendung.

Der 19-Jäh­ri­ge war der Anfüh­rer und Orga­ni­sa­tor. Schon mit 16 Jah­ren hat­te er begon­nen, Gleich­ge­sinn­te um sich zu scha­ren und Nazi-Par­tys zu ver­an­stal­ten. Wobei: „Gleich­ge­sinn­te“ ist da ver­mut­lich zu bedeu­tungs­schwer. Als der Rich­ter den Haupt­an­ge­klag­ten fragt, was er am NS-Gedan­ken­gut so fas­zi­nie­rend fand, kommt der ins Schleu­dern. „Ich kann es mir heu­te auch nicht mehr erklä­ren, war­um wir das gemacht haben” (NÖN), meint er, um dann nach­zu­set­zen: „Es war cool.”

Die bei­den Mit­an­ge­klag­ten bestä­ti­gen das: „Es ging uns haupt­säch­lich ums Par­ty machen.“ (NÖN) Die in der Regel ahnungs­lo­sen Par­ty-Gäs­te wur­den ein­fach mit Hit­ler­gruß, Hit­ler-Wein, Haken­kreuz-Häferln und ähn­li­chem Nazi-Dreck begrüßt und geschockt. Vor Gericht distan­zie­ren sich alle von der Nazi-Ein­stel­lung: „Wir haben uns von der rech­ten Sze­ne ver­ab­schie­det. Wir wis­sen heu­te, dass es ein gro­ßer Blöd­sinn war“ (NÖN), beteu­ert das Trio.

Für die bei­den bis­lang noch unbe­schol­te­nen Jugend­li­chen wer­den 60 Sozi­al­stun­den in Flücht­lings­ein­rich­tun­gen ver­ein­bart, der Haupt­an­ge­klag­te wird zu neun Mona­ten Haft bedingt ver­ur­teilt – bei ihm gab es nicht nur eine Ankla­ge nach dem Ver­bots­ge­setz, son­dern auch nach dem Waf­fen­ge­setz (er besaß Tot­schlä­ger und Schlag­rin­ge). Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.