Bregenz: Neonazi mit Whisky

Ver­han­delt wurde vor dem Bezirks­gericht Bre­genz. Der Angeklagte (22) ist durch sein Tat­too am Hals zwar als Nazi erkennbar, aber es ging nicht um NS-Wieder­betä­ti­gung, son­dern darum, dass der Schläger­nazi vor ein­er Dis­co gle­ich drei Jugendliche mit Trit­ten und Schlä­gen ver­let­zt hat. Völ­lig grund­los offen­sichtlich, wie auch die Zeu­gen vor Gericht betonten.

Laut „Vorarl­berg­er Nachricht­en“ sprach der Beschuldigte von „viel Whisky“ und dass er sich kaum mehr an etwas erin­nern könne. Die Zeu­gen bzw. Opfer kon­nten sich erin­nern: „Kein­er von ihnen sei vor seinen Schlä­gen und Kicks ver­schont geblieben. Und er schlug und schlug“ (VN).

Und dann war noch etwas. Ein Zeuge erin­nerte sich auch an den Zuruf des Angeklagten: “Legt euch nicht mit Nazis an!“ und „Was seid ihr für Öster­re­ich­er, warum wehrt ihr euch nicht?“.

Weil die Opfer auch Schmerzens­geld in der Höhe von jew­eils 500 Euro von ihm vor Gericht fordern, wird der Angeklagte, der zuvor die Schilderun­gen der Zeu­gen „schweigend und regungs­los“ (VN) hin­genom­men hat, unruhig. Und weil ihn der Richter zu ein­er Geld­strafe von 300 Tagsätzen zu je zehn Euro verurteilt, protestiert er: „Eine Frei­heitsstrafe wäre mir lieber. Ich habe kein Geld, wie soll ich das Ganze denn bezahlen?“.

Obwohl der Angeklagte näm­lich schon einige ein­schlägige Vorstrafen mit sich herumträgt, wollte ihm der Richter wegen sein­er aufrecht­en Beschäf­ti­gung eine unbe­d­ingte Haft­strafe ers­paren und brummte ihm stattdessen die unbe­d­ingte Geld­strafe auf. Dage­gen meldete der Schläger­nazi Beru­fung an – er möchte offen­sichtlich lieber in Haft kommen.