Dornbirn/Feldkirch: Mit Hitler-Shirt am Marktplatz

Derzeit gibt es Hochbe­trieb bei den Gericht­en wegen Prozessen zu NS-Wieder­betä­ti­gung: in Feld­kirch fand am Fre­itag, 16. Jän­ner der zweite inner­halb weniger Tage statt. Dies­mal stand ein Jugendlich­er (18) vor Gericht, der im Som­mer 2013 über den Dorn­birn­er Mark­t­platz spaziert war. Mit einem Hitler-T-Shirt.

Ein schwarzes T‑Shirt war es, auf der Vorder­seite zeigt es Hitler mit ein­schlägigem Gruß, ein­er roten Schleife mit dem Hak­enkreuz und der Auf­schrift „Hitler Euro­pean Tour 1939–1945“ auf der Rück­seite wer­den die Feldzüge der Deutschen Wehrma­cht aufge­lis­tet . Was für Neon­azis offen­sichtlich ein großes Bruha­ha ist, war auch für das Schwurg­ericht NS-Wiederbetätigung.

Nicht die einzige übri­gens. Bei der oblig­at­en Haus­durch­suchung waren auch mehrere ein­schlägige Bilder und ein entsprechen­der Face­book-Ein­trag gefun­den wor­den. Gegenüber der Polizei erk­lärte der Jugendliche bei sein­er Ein­ver­nahme 2013: „Ich ste­he zu meinen recht­en Sachen und denke, dass man das auch zeigen soll“ (Vorarl­berg­er Nachricht­en, 17.1.2015).

„Wider­stand gegen das Sys­tem“ (VN) habe er damit leis­ten wollen und natür­lich provozieren. Heute sehe er das alles ganz anders, erk­lärte er dem Schwurg­ericht, er habe sich von seinen dama­li­gen Fre­un­den dis­tanziert und habe auch keine NS-Devo­tion­alien mehr. Das mag alles sein, aber warum hat er die Diver­sion, die 50 Stun­den gemein­nützige Arbeit bedeutet hätte, abgelehnt? Sie war ihm auch ange­boten wor­den, weil er eh schon im August 2013 zu drei Monat­en bed­ingter Haft wegen eines Ein­bruchs­dieb­stahls verurteilt wor­den war.

Die Staat­san­waltschaft wollte ihm seine Zukun­ft nicht durch eine weit­ere Vorstrafe ver­bauen, deshalb das Ange­bot der Diver­sion. Die hat er abgelehnt, daher wurde der bere­its mehrfach Vorbe­strafte zu ein­er unbe­d­ingten Geld­strafe von 960 Euro verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.