Ried im Innkreis (OÖ): Nazi-Fahnen für die Wohnung

Wegen NS-Wieder­betä­ti­gung stand am Fre­itag, 31.Oktober ein junger Mann (21) aus dem Bezirk Ried vor dem Lan­des­gericht. Er hat­te in Ital­ien zwei Nazi-Fah­nen, eine mit Hak­enkreuz, die andere mit der Auf­schrift „Waf­fen SS“, gekauft und in sein­er Woh­nung aufge­hängt. Eine Verbindung zu recht­sex­tremen bzw. neon­azis­tis­chen Grup­pen bestritt der Angeklagte.

Trotz der War­nung von Fre­un­den drapierte der Angeklagte seine Woh­nung mit den Nazi-Fah­nen. „Ich wollte cool sein und im Mit­telpunkt ste­hen“, erk­lärte er laut „Kro­ne“ (3.11.2014) dem Gericht. Die Fah­nen hät­ten außer­dem „optisch“ sehr gut in seine Woh­nung gepasst. Eine Verbindung zur organ­isierten Neon­azi-Szene bestritt der Angeklagte, ver­wick­elte sich allerd­ings bei sein­er Befra­gung über die NS-Zeit in Widersprüche:

„„Hitler hat die Auto­bahn und die VW-Werk gebaut und war kein so schlechter Men­sch, aber gewisse Sachen hat er nicht gut gemacht”, wird er in den OÖN zitiert. Das übliche Pro­gramm von Dumpf­back­en also. Der Kon­ter der Rich­terin war nicht schlecht: “Warum hän­gen sie sich dann nicht ein­fach eine VW-Fahne in ihr Wohnz­im­mer“.

Der Staat­san­walt wollte ihm deshalb eigentlich zwei Jahre Geschicht­sun­ter­richt verord­nen, gewor­den sind es dann aber vier Monate bed­ingt, die noch nicht recht­skräftig sind. 

Die Polizei hat bei der ver­gan­genen Haus­durch­suchung nicht unbe­d­ingt ihre Kom­pe­tenz in Sachen Recht­sex­trem­is­mus unter Beweis gestellt: die Hak­enkreuz­fahne wurde kon­fisziert, die Flagge mit der Auf­schrift Waf­fen-SS anscheinend „vergessen“.