„Das Töten gehört Euch!”

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Aygül Beri­van Aslan ist Abge­ord­ne­te der Grü­nen zum Natio­nal­rat und deren Frau­en­spre­che­rin. Als kur­disch­stäm­mi­ge Tiro­le­rin ist sie das Feind­bild vie­ler: von rechts­extre­men Tür­ken, rechts­extre­men Öster­rei­chern und von isla­mis­ti­schen Fun­da­men­ta­lis­ten. Die ver­such­ten es erst kürz­lich mit einer plum­pen Dro­hung. Da sind sie bei Beri­van Aslan (BA) aber an die Fal­sche gera­ten!

Anfang der Vor­wo­che setz­te Beri­van Aslan eine Twit­ter-Mel­dung auf Tür­kisch ab, gerich­tet an Unter­stüt­zer des IS.

In der Über­set­zung: “Den Isla­mi­schen Staat (IS) zu unter­stüt­zen bedeu­tet auch, in die Ver­ge­wal­ti­gun­gen der ent­führ­ten und ver­sklav­ten Frau­en und Mäd­chen ein­zu­wil­li­gen. Wo bleibt Eure Ehre?“

Die dümm­li­che und bezeich­nen­de Ant­wort lie­fer­te kurz dar­auf ein Mann namens „Zell­u­ha“ ab: „Erst wenn Du das Schwert des Isla­mi­schen Staa­tes im Nacken spürst, wirst du wis­sen, was Ehre bedeu­tet“.

Wor­auf Beri­van Aslan ant­wor­te­te: „Im Krieg wis­sen wir Frau­en, wie man Leben ret­tet und nicht, wie man tötet. Das Töten gehört Euch!“.

Wir haben Beri­van Aslan zu den Dro­hun­gen gegen sie schrift­lich befragt.


SDR: Bist Du schon frü­her ein­mal bedroht worden?

BA: Ja, öfters, ich bin schließ­lich seit mei­nem 5. Lebens­jahr auf Demos :). Das letz­te Mal bei der Natio­nal­rats­wahl, da war ich die Ziel­schei­be der tür­ki­schen rechts­extre­men Sze­ne, die nicht damit leben konn­te, dass ich mich medi­al als Kur­din dekla­rier­te und den kur­di­schen Namen „Beri­van” trage. 

SDR: Was sind Dei­ner Mei­nung nach die Grün­de, war­um sich Rechts­extre­me und Isla­mis­ten an Dir rei­ben, Dich bedrohen?

BA: Ich bin ein per­fek­tes Feind­bild für die : als Gesell­schafts­kri­ti­ke­rin, Femi­nis­tin, Anti­ras­sis­tin. Ich bin nicht reli­gi­ös, ent­spre­che mit Klei­dung und Lebens­wei­se in kei­ner Wei­se den Moral- und Wert­vor­stel­lun­gen der radi­ka­len Islamisten.

Tür­ki­sche Rechts­extre­me rei­ben sich an mir, weil ich qua­li­fi­ziert und selbst­stän­dig bin, eine „Berg­tür­kin“, die sich offen als Kur­din dekla­riert und für Les­ben- und Schwu­len­rech­te ein­tritt. Ich sehe mich als „alpi­ne Kur­din“ im Sin­ne einer kur­disch­stäm­mi­gen Tiro­le­rin, die sich hier behei­ma­tet fühlt. Für die rechts­extre­men Tür­ken bin ich da ein ganz schlech­tes Vor­bild für die Jugend.

Rechts­extre­me Öster­rei­cher sehen mich als „Aus­län­de­rin“, Tür­kin und Mus­li­min, als Lin­ke und Anti­ras­sis­tin und sto­ßen sich des­halb an mir.

SDR: Wie gehst du mit den Dro­hun­gen um?

BA: Ich bin so erzo­gen wor­den, dass ich auf­grund mei­ner poli­ti­schen Über­zeu­gung auf vie­les ver­zich­ten kann. Faust­re­gel: nut­ze dei­ne Mög­lich­kei­ten und Rah­men­be­din­gun­gen aus, für Men­schen die das nicht kön­nen! Aus die­sem Grund stel­le ich mei­ne Emo­tio­nen weg, damit ich mei­ne Poli­tik machen kann. Ich habe mir außer­dem eini­ge Ver­hal­tens­re­geln zurecht­ge­legt für den Fall gefähr­li­cher Drohungen.