Südtirol: Neonazi-Partei sucht sich und Reich

Südtirol, das ohne­hin schon geplagt ist mit ein­er Rei­he rechter bis recht­sex­tremer Parteien, hat seit kurzem auch eine neue neon­azis­tisch ori­en­tierte: die Süd-Tirol­er Reichspartei. Seit Monat­en ist sie auf Face­book und YouTube vertreten, sog­ar eine eigene Home­page haben die Neon­azis gebastelt – der Zus­pruch in Südtirol hält sich den­noch in engen Gren­zen. Das kön­nte auch am Pro­gramm liegen.

Eine Südtirol­er Naz­itruppe, die von einem deutschen Reich nach dem Vor­bild Adolf Hitlers träumt, muss sich ohne­hin fra­gen lassen, ob sie angeren­nt ist ( einen an der Waf­fel hat). Das Abkom­men zwis­chen Hitler und Mus­soli­ni aus dem Jahr 1939 ist in Südtirol dur­chaus noch präsent und die Aus­sicht, für das Deutsche Reich zu optieren und aus Südtirol wegzuziehen, dürfte nur wenige hart­ge­sot­tene Kam­er­aden begeistern.

Das ist auch der Stand der Dinge: die Süd-Tirol­er Reichspartei, die sich über die konkrete Aus­gestal­tung ihrer Reich­sträume- aus guten Grün­den — ziem­lich bedeckt hält, zählt auf einem ihrer Face­book-Kon­ten 32 „Gefällt mir“. Auf dem älteren gar nur fünf.

Seit Südtirol­er Medi­en wie „Salto“ über die Neon­azis bericht­en, ist offen­sichtlich ihr Mit­teilungs­bedürf­nis weit­er gesunken. Auf „Salto“ kommt ein „Ermit­tler“ zu Wort, der davon aus­ge­ht, dass einige der vor Jahren in Südtirol, aber auch in Öster­re­ich aus­ge­hobe­nen Neon­azis „auch hier ihre Fin­ger wieder im Spiel haben. Etwa der öster­re­ichis­che Mit­tels­mann“.

Inter­es­sant ist tat­säch­lich, dass die Mini-Truppe bei eini­gen Kam­er­aden in Öster­re­ich dur­chaus ankommt, während sie son­st weit­ge­hend isoliert scheint. Üblicher­weise wird in den ein­schlägi­gen Medi­en über Neu­grün­dun­gen zumin­d­est berichtet – über die „Süd-Tirol­er Reichspartei“ find­en sich nicht ein­mal neg­a­tive Kommentare.

Auch die Südtirol­er „Etschlichter“, ein Blog mit stark neon­azis­tis­chen Ten­den­zen, schweigt sich über die Parteigrün­dung vor der Haustüre aus und ori­en­tiert sich stattdessen an der „Europäis­chen Aktion“.