Mauthausen (OÖ): Mit erhöhter Prämie gegen Neonazi-Schmierer

Eine Privatperson, die anonym bleiben will, hat die vom Innenministerium ausgelobte Prämie für Hinweise, die zur Ergreifung der bisher unbekannten Nazi-Schmierer führen, verdoppelt: die Prämie beträgt jetzt 10.000 Euro. Bisher blieben alle Versuche, die wiederholten Schmierereien beim KZ Mauthausen aufzuklären, erfolglos.

In der Nacht zum 9. Mai war die Außenmauer des KZ Mauthausen zum wiederholten Mal beschmiert worden. Mit schwarzem Lackspray war auf einer Länge von 20 und einer Höhe von zwei Metern „Türkenrass ab ins Gas“ und „Sieg heil“ geschmiert worden, die Buchstaben „S“ in der Form von SS-Runen. Tage später wurde bekannt, dass am Friedhof von Mauthausen ein türkisches Kindergrab mit einem Hakenkreuz beschmiert wurde – ebenfalls mit schwarzem Lackspray.

Schon in den Jahren 2009 und 2010 war es zu großflächigen Schmieraktionen beim KZ Mauthausen gekommen. Im Februar 2009 wurde an die Außenmauer der Spruch „Was unseren Vätern der Jud, ist für uns die Moslembrut, seid auf der Hut! 3. Weltkrieg – 8. Kreuzzug“ geschmiert, im März 2010 an der gleichen Stelle „Türk und Jud, giftig’s Blut“. Die Schmierer von 2009 und 2010 wurden bis zum heutigen Tag nicht ausgeforscht, damals angedachte Maßnahmen wie eine Video-Überwachung der Gedenkstätte sind ebenfalls nicht durchgeführt worden.