Wiener Neustadt (NÖ): Nazi-Waffen bei Waffen-Nazi

Nach­dem er del­o­giert wor­den war, wurde am Mon­tag im Haus eines 47-Jähri­gen aus Wiener Neustadt ein Lager mit ille­galen Waf­fen und Kriegs­ma­te­r­i­al ent­deckt. Wie der „Kuri­er“ meldet, soll ein Vor­fahre des Waf­fen­samm­lers eine Nazi-Größe gewe­sen sein.

Das Waf­fen­lager, das zum Großteil in einem unterirdis­chen Bunker deponiert war, war nicht nur beachtlich, son­dern auch höchst gefährlich: neben Maschi­nengewehren und –pis­tolen sowie Kara­bin­ern wur­den auch Hand- und Spreng­granat­en bzw. Panz­er­mi­nen gefun­den, teil­weise in einem so schlecht­en Zus­tand, dass für die gesamte Wohn­sied­lung, in der das Haus liegt, Lebens­ge­fahr bestand.

Bei der Unter­suchung des Waf­fen­lagers wur­den auch eine Puppe mit ein­er Nazi-Uni­form und andere Nazi-Abze­ichen gefun­den, worauf eine Haus­durch­suchung ver­an­lasst wurde. Wie der „Kuri­er“ berichtet, wer­den deren Ergeb­nisse noch aus­gew­ertet, „es laufen Ermit­tlun­gen nach dem Ver­bots­ge­setz“.

Ein Vor­fahre des verdächti­gen Waf­fen­samm­lers soll „ein bekan­nter und gefürchteter Nazi und sog­ar SS-Reichs­führer gewe­sen sein“ (Kuri­er). Deshalb habe der Nachkomme nach eige­nen Angaben „ geschichtlich­es Inter­esse“ und eine so große Lei­den­schaft für NS-Schrott entwick­elt. Bei sein­er Ahnentafel dürfte sich der Waf­fen-Nazi ver­mut­lich etwas ver­grif­f­en haben, denn als Reichs­führer-SS fungierte fast auss­chließlich Hein­rich Himmler.

Auf einen anderen Aspekt weist ein Bericht des ORF NÖ hin: der Fund der Nazi-Waf­fen in Wiener Neustadt ist bei weit­em kein Einzelfall: „In den ver­gan­genen Monat­en sind gle­ich mehrere Waf­fen­lager aus­ge­hoben wor­den“. Die im ORF- Bericht ange­führten Waf­fen­funde beziehen sich auss­chließlich auf das Bun­des­land Niederöster­re­ich, der Waf­fen­fund von Mis­tel­bach Anfang Feb­ru­ar 2014 ist aber auf einen Hin­weis des Gollinger „Waf­fen­nar­ren“ zurückzuführen.