Golling: Explosion bei einem „Waffennarren“

Aus sein­er Vor­liebe für Waf­fen aller Art machte der Mil­i­taria-Händler Ekke­hard B. kein Geheim­nis. Auf sein­er Face­book-Seite sind unzäh­lige Fotos von Waf­fen und Muni­tion zu find­en. Jet­zt wurde er beim Hantieren mit ein­er Granate schw­er ver­let­zt und die Polizei bzw. der Ent­mi­n­ungs­di­enst inspizierten sein Haus.

Ekke­hard B. ist Mil­i­taria-Händler. Im Inter­net ist er auf etlichen Seit­en vertreten – mit der Zusatzbeze­ich­nung „Prinz Eugen Salzburg“. Nach der Explo­sion am Don­ner­sta­gnach­mit­tag, bei der er schw­er ver­let­zt wurde, erkun­dete die Polizei sein Haus und fand ein regel­recht­es „Kriegsarse­nal“ vor: „Ein noch nie dagewe­sen­er Fund riesiger Men­gen von Muni­tion und Waf­fen“, so Fach­leute zum ORF

Wie der „Kuri­er“ berichtet, werde die Sich­er­stel­lung des gesamten Mate­ri­als noch Tage dauern. Das Haus wurde einst­weilen behördlich ges­per­rt. In die Ermit­tlun­gen ein­be­zo­gen ist auch der Ver­fas­sungss­chutz: bei ein­er länger zurück­liegen­den Haus­durch­suchung wur­den näm­lich auch NS-Devo­tion­alien gefun­den. Der Ver­fas­sungss­chutz rech­net damit, auf weit­ere ver­botene Gegen­stände zu stoßen, gibt aber Ent­war­nung, was eventuelle Verbindun­gen von Ekke­hard B. zur recht­en Szene betrifft.


Ekke­hard B.s Foto zum NS-Kriegsver­brech­er Wil­helm Keitel
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Ganz so klar ist das nicht. Auf sein­er Face­book-Seite bewegt er sich zwar im üblichen recht­en Main­stream — ihm gefall­en Seit­en, die sich für ein Minarett-Ver­bot in Öster­re­ich aussprechen, aber in einem Mil­i­taria-Forum unter­hal­ten sich User anders über ihn: “Ui, Ui, der war auch immer bei der Börse in Hallein ganz rührig…“. Beim Hallein­er Mil­i­taria-Flohmarkt wur­den immer wieder NS-Devo­tion­alien gehan­delt. Ver­anstal­ter des Flohmark­ts war der jet­zt schw­er ver­let­zte Ekke­hard B., der keinen Grund zur Besorg­nis erken­nen kon­nte: “Das sind keine Kopi­en oder Repros, son­dern Orig­i­nal­stücke. Das füllt nicht unter Wieder­betä­ti­gung“.

Einem anderen User im Mil­i­taria-Forum fällt noch etwas zum Salzburg­er „Prinz Eugen“ ein: “glaub der ist auch auf egun vertreten, sollte man jetz nicht bieten“. E‑Gun ist eine Waf­fen­börse im Inter­net, über die legal Waf­fen gehan­delt wer­den. Über E‑Gun wer­den aber auch ille­gale Waf­fend­eals abgewick­elt. Wie daher der Hin­weis „sollte man jet­zt nicht bieten“ zu ver­ste­hen ist, wer­den hof­fentlich die weit­eren Ermit­tlun­gen klären.