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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Die FPÖ und ihre deutschen Burschis

Wenn’s nach den FPÖ-Gran­den geht, dann steht Inns­bruck knapp vor einer Dik­ta­tur. In einem offe­nen Brief, der von Stra­che (Bun­des­par­tei­ob­mann), Abwerz­ger (Lan­des­par­tei­ob­mann) und Feder­spiel (Klub­ob­mann) unter­zeich­net ist und sich an alle Inns­bru­cker Haus­hal­te rich­tet, sehen sich die drei an tota­li­tä­re Ten­den­zen der Zwi­schen­kriegs­zeit erinnert. 

20. Feb. 2014

„Die Demo­kra­tie in der Lan­des­haupt­stadt ist in gro­ßer Gefahr.“ So beginnt ein offe­ner Brief der FPÖ- Troi­ka, der den Über­ti­tel „Wir sind Zukunft“ trägt und im Jän­ner an alle Inns­bru­cker Haus­hal­te ver­schickt wur­de. Wer die Demo­kra­tie nach Ansicht der FPÖ gefähr­det, wird schon in den ers­ten Zei­len geklärt: „Die Stadt­re­gie­rung, bestehend aus der Lis­te ‚Für Inns­bruck’, den Grü­nen und der SPÖ, ver­sucht immer mehr, demo­kra­ti­sche Spiel­re­geln auszuschalten.“

Als Beleg für die­se Ent­wick­lung wer­den schlag­wort­ar­tig das Park­raum­kon­zept der Stadt­re­gie­rung und der Vor­schlag für eine Regio­nal­bahn genannt. Dann geht es aller­dings in aller Brei­te um den eigent­li­chen Zweck des offe­nen Brie­fes: die Angrif­fe auf die „Bur­schen­schaf­ten“, die „unter den Habs­bur­gern ver­folgt“ wur­den und auch heu­te „unter wach­sen­dem Druck durch die Regie­run­gen“ ste­hen wür­den. Mit Aus­nah­me des ers­ten Absat­zes ist der offe­ne Brief der FPÖ an die Inns­bru­cker Bür­ge­rIn­nen nur der Ver­tei­di­gung der Bur­schen­schaf­ten und der Sor­ge vor tota­li­tä­ren Ten­den­zen in Inns­bruck gewidmet.

Das Vor­ge­hen der Inns­bru­cker Stadt­re­gie­rung bzw. der Bür­ger­meis­te­rin, den Ver­trag mit den Bur­schen­schaf­ten auf­zu­kün­di­gen, der angeb­li­che Druck von „Links­ra­di­ka­len” auf Pri­vat­un­ter­neh­men, erin­nert die FPÖ „frap­pant an die tota­li­tä­ren Ten­den­zen der Zwi­schen­kriegs­zeit“. Sind die FPÖ-Gran­den nicht bei Trost, oder betrei­ben sie wie­der ein­mal Geschichtsrevision?

Im wei­ner­lich frei­heit­li­chen Duk­tus geht es wei­ter: „Lei­der hat mitt­ler­wei­le die Polit-Apart­heit [sic!] wie­der Sai­son.“ Dass sich die Frei­heit­li­chen an der Apart­heid nicht nur in der Recht­schrei­bung ver­grei­fen, son­dern den Begriff aus­ge­rech­net bei den deut­schen Bur­schen­schaf­tern, die seit Jah­ren mit ihren Ari­er-Para­gra­fen beschäf­tigt sind, neu auf­la­den und Opfer-Täter-Umkehr betrei­ben, ist ein star­kes Stück. Dass im offe­nen Brief der Ter­mi­nus „Deut­sche Burschenschaft(er)“ kon­se­quent ver­mie­den wird, statt­des­sen von „stu­den­ti­schen Ver­bin­dun­gen“ oder ein­fach von „Bur­schen­schaf­ten“ die Rede ist, passt da gut dazu. Es könn­te sonst jemand auf die Idee kom­men und nach­fra­gen, war­um sich die FPÖ für „deut­sche Bur­schen­schaf­ten“, die das deut­sche Abstam­mungs­prin­zip ver­tei­di­gen, stark macht.

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