Innsbruck: Noch ein Hitler-Fan vor Gericht

Der Angeklagte stand nicht zum ersten Mal wegen NS-Wiederbetätigung vor Gericht. Bereits im Sommer 2010 hatte er sich am Innsbrucker Baggersee mit Nazi-Sprüchen einschlägig wiederbetätigt und war dafür zu 12 Monaten bedingter Haftstrafe verurteilt worden. Jetzt stand der Außerferner (38) wieder vor Gericht.

Die Anklage warf dem Bauarbeiter nicht nur vor, dass er des öfteren und lautstark vor Zeugen Nazi-Parolen gegrölt hatte, sondern auch, dass er eine Facebook-Nachricht an seinen Bruder mit „Heil Adolf“ und anderen einschlägigen Parolen verfasst habe. Vor Gericht bestritt der Angeklagte, dass die Facebook-Nachricht von ihm stamme. Das glaubten ihm die Geschworenen.

Dass er für die Nazi-Parolen, mit denen er in Lokalen in Reutte aufgefallen war, nichts zu tun habe („Nazi-Blödsinn“, tirol.orf.at), kauften sie ihm aber nicht ab. Da half auch die Ausrede „sturzbetrunken“ nichts. Die Staatsanwaltschaft warf ihm in der Anklage auch Verleumdung vor. Bei einer früheren Verhandlung hatte er nämlich behauptet, von einem Polizisten zu einer Falschaussage angestiftet worden zu sein (Krone Tirol, 8.8.2013).

Die Geschworenen sprachen den Außerferner in mehreren Punkten der Anklage für schuldig, der Richtersenat taxierte auf 15 Monate unbedingt wegen Wiederbetätigung und Verleumdung und addierte die 12 Monate bedingt aus 2010 noch dazu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Quellen: Krone Tirol 8.8.2013 und ORF)