Wörgl: Brandanschläge geklärt?

Nach ein­er Mel­dung der Tirol­er Tageszeitung vom 22.2.2013 sind die Bran­dan­schläge v on Wör­gl gek­lärt. Als Tatverdächtige gel­ten für das Lan­deskrim­i­nalamt Tirol drei miteinan­der ver­wandte alban­is­che Staat­sange­hörige und der Betreiber der Pizze­ria, die bei dem einen Bran­dan­schlag weit­ge­hend zer­stört wurde. Auch der Anschlag auf das benach­barte türkische Vere­inslokal gilt damit als geklärt.

Die Ermit­tler gehen davon aus, dass der Bran­dan­schlag auf das Vere­inslokal von Yildiz ein Ablenkungs­man­över war, um die Ermit­tler auf die falsche Spur zu brin­gen. Bei dem Anschlag auf das Yildiz-Lokal waren auch faschis­tis­che Parolen in türkisch­er Sprache an die Wand geschmiert wor­den. Bei dem Anschlag gab es auch zwei Ver­let­zte ( ein­er leicht, der andere schw­er verletzt).

Yildiz bzw. der Dachver­band ATIGF äußerte von Beginn an sehr deut­lich den Ver­dacht, dass die bei dem Anschlag ver­let­zten Per­so­n­en auch die Täter waren: „Zeu­ge­naus­sagen zufolge hat man drei Leute gese­hen die kurz danach in ein Auto stiegen. Zwei der Angreifer im Alter von ca. 18–30 Jahren haben sich bei dem Angriff selb­st ver­let­zt”.

Ob es Geständ­nisse der zwei inhaftierten Verdächti­gen gibt, wird aus den Pressemel­dun­gen nicht klar. Der Betreiber der Pizze­ria, der die Anschläge aus Geld­man­gel in Auf­trag gegeben haben soll, ist nach wie vor flüchtig und der vierte Verdächtige kon­nte offen­sichtlich auf­grund sein­er schw­eren Brand­ver­let­zun­gen noch nicht ein­ver­nom­men werden.

Wie die Verdächtigten zu ihrer Ken­nt­nis der türkischen Sprache kamen und damit den Ver­dacht auf türkische Faschis­ten lenken kon­nten, bleibt unklar. Der Leit­er des Lan­deskrim­i­nalamtes ist sich allerd­ings sich­er: „Es han­delt sich um ein reines Krim­i­nalde­likt. Es war kein frem­den­feindlich­er Anschlag. Ein poli­tis­ches, religiös­es oder eth­nis­ches Motiv kön­nen wir auss­chließen“. (APA, 21.2.13)

Unzensuriert.at, die Inter­net-Pos­tille von Mar­tin Graf, ver­sucht hinge­gen, den Ermit­tlungsergeb­nis­sen einen beson­deren Spin zu geben: die „Gut­men­schenge­mein­schaft“ sei von einem aus­län­der­feindlichen Atten­tat aus­ge­gan­gen, die Ermit­tlun­gen hät­ten eine „spek­takuläre Wen­dung“ ergeben. Das ist jeden­falls unrichtig, denn von es gab von Beginn an nur den Ver­dacht, dass türkische Faschis­ten den Bran­dan­schlag auf das Yildiz-Lokal verübt haben kön­nten. Schließlich war das Vere­in­shaus von Yildiz schon zuvor attack­iert worden.

Vom Vere­in Yildiz bzw. ATIGF liegt uns noch keine Stel­lung­nahme zu den Ermit­tlungsergeb­nis­sen vor.