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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Werbung für das „Land der Vollidioten“?

Glaub­wür­dig erschie­nen die Distan­zie­rungs­ver­su­che der Band Frei.Wild, spe­zi­ell ihres Front­man­nes Phil­ipp Bur­ger, von der extre­men Rech­ten ja ohne­hin nur weni­gen. Nun aber bekom­men Kri­ti­ke­rIn­nen der Band wohl Unter­stüt­zung von einer uner­war­te­ten Seite.

23. Okt. 2012

Wie End­sta­ti­on Rechts berich­tet, erschei­nen Phil­ipp Bur­gers Ver­su­che, sich von sei­ner brau­nen Ver­gan­gen­heit zu distan­zie­ren, nicht nur Lin­ken unglaub­wür­dig. Bur­ger war immer­hin jah­re­lang in der Süd­ti­ro­ler Neo­na­zi­sze­ne aktiv und Mit­glied der Nazi-Band Kai­ser­jä­ger. Was er mitt­ler­wei­le als Jugend­sün­den abtut, will ihm aber wohl nicht ein­mal die deut­sche NPD in Per­son von Patrick Schrö­der so wirk­lich abkau­fen. Der Ober­pfäl­zer Schrö­der, der neben­bei hin­ter der Klei­dungs­mar­ke Ans­gar Aryan steckt, bewirbt das neue Album der Band Frei.Wild „Fein­de dei­ner Fein­de“ mit­tels eines Videoportals.

Schrö­der, der unter dem Pseud­onym „H8“ (engl. „hate“) auf­tritt, spricht mit sei­nem Stu­dio­ka­me­ra­den natür­lich nur posi­tiv von der gera­de erst erschie­nen Plat­te. Dass das Album bereits nach einer Woche auf Platz 2 der deut­schen Alben-Charts ange­kom­men ist, kri­ti­siert er aus­nahms­wei­se nicht als Kom­mer­zia­li­sie­rung, son­dern meint viel eher hät­te die Band es geschafft die „Süd­ti­rol-The­ma­tik“ und „deut­sche Wer­te“ den „brei­ten Mas­sen“ näher zu brin­gen. Auch die Distan­zie­rungs­ver­su­che von der rech­ten Sze­ne sind längst ver­ge­ben und ver­ges­sen, so wäre es Frei.Wild Schrö­der zu Fol­ge nicht mög­lich gewe­sen, ohne sie ein der­ma­ßen brei­tes Publi­kum anzu­spre­chen. Zumal die Distan­zie­rung in sei­nen Augen nur durch äuße­ren Druck erfolgt sei und „so unde­fi­niert“, dass sie auch gegen alles ande­re ver­wen­det wür­den könne.

Auch wenn es Kri­tie­rIn­nen der Band kaum über­ra­schen kann, dass Phil­ipp Bur­gers neue Deutsch­rock-Kapel­le, die wei­ter­hin Süd­ti­rol als „Hei­li­ges Land“ besingt und an des­sen „wah­re [deut­sche, Anmk. SdR] Wer­te“ appel­liert, Zuspruch von akti­ven Neo­na­zis bekommt, so ist es doch ein wei­te­res, kla­res Indiz dafür, wie wenig ideo­lo­gisch zwi­schen Bur­ger und sei­ne alten Kame­ra­den passt.


„Frei.Wild”, Bild­quel­le: endstation-rechts.de

Offen bleibt die Fra­ge, ob Neo­na­zi Schrö­der und die NPD inhalt­lich die Mei­nung von Frei.Wild tei­len, wenn die­se in ihrem Song „Land der Voll­idio­ten“ die Bewoh­ne­rIn­nen ihres gelieb­ten Süd­ti­rols offen als „Trot­tel“ beti­teln. Ehr­li­cher könn­ten Rechts­extre­mis­ten aller Cou­leur ihre angeb­li­che „Volks­nä­he“ wohl kaum demonstrieren.

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Schlagwörter: Konzert/Musik | Neonazismus/Neofaschismus | Südtirol | Weite Welt

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