Freiheitliche Empörung wegen Nordkorea?

Weil eine Mitar­bei­t­erin des Bun­de­spräsi­den­ten Fis­ch­er in der nord­ko­re­anis­chen Botschaft in Wien zum Tode des nord­ko­re­anis­chen Dik­ta­tors Kim Jong-il kon­dolierte, sind die Frei­heitlichen aller Schat­tierun­gen empört. Der SPÖ- Abge­ord­nete Anton Hein­zl hat auch kon­doliert, dabei allerd­ings in das Kon­dolenzbuch geblickt und eine frei­heitliche Kon­dolenz ent­deckt. Die pein­liche Nord­ko­rea-Ausstel­lung vom Okto­ber 2009 haben die Frei­heitlichen über­haupt verdrängt.

FPÖ-Gen­er­alsekretär Her­bert Kickl fand scharfe Worte für den Bun­de­spräsi­den­ten, die SPÖ und ein „form­los­es“ Kon­dolen­zschreiben des Außen­min­is­teri­ums: es sei „für eine west­liche Demokratie völ­lig inakzept­abel, sich an ein stal­in­is­tis­ches Regime übel­ster Sorte anzu­biedern“. Im Kon­dolenzbuch der nord­ko­re­anis­chen Botschaft fand der SPÖ-Abge­ord­nete Anton Hein­zl allerd­ings auch eine Ein­tra­gung des FPÖ-Par­la­men­tari­ers Peter Ficht­en­bauer, der stel­lvertre­tender Klub­vor­sitzen­der der FPÖ und Vor­sitzen­der des Lan­desvertei­di­gungsauss­chuss­es ist. Ficht­en­bauer bestre­it­et laut „Stan­dard“ (31.12.2011) gar nicht die Kon­dolenz, die er als das übliche „Min­i­mum an Anteil­nahme“ beze­ich­net. Zur FPÖ-Aufre­gung über Fis­ch­ers Kon­dolenz sagte Ficht­en­bauer: „Die ver­ste­he ich nicht.“

Als im Okto­ber 2009 der dama­lige BZÖ-Land­tagspräsi­dent von Kärn­ten, Josef Lob­nig, trotzig eine Nord­ko­rea-Ausstel­lung „zur Wider­legung der Lügen­pro­pa­gan­da über Nord­ko­rea“ im Kla­gen­furter Land­haus eröffnete, ver­stand die gesamte dama­lige Kärnt­ner BZÖ- und spätere FPK-Par­tie die Aufre­gung gar nicht. Der Fotograf Wolf­gang Bogn­er, der die Ausstel­lung mit let­ztlich fünf (!) Nord­ko­rea- Fotografien gestal­tete, hat­te sie mit Begleit­tex­ten verse­hen, in denen von der „impe­ri­al­is­tis­chen, amerikanisch-jüdis­chen Lügen­pro­pa­gan­da“ schwadroniert und Nord­ko­rea als ein Land gepriesen wurde, in dem es „keine Aus­län­der, keine Asy­lanten, kein Gesin­del in den Straßen, keine Arbeit­slosen, keine Bet­tler oder Betrunk­e­nen“ gebe. Das Mon­u­ment des Dynas­tiegrün­ders Kim Il-Sung wurde mit dem Begleit­text „die rechte Hand wie zum deutschen Gruß erhoben“ verse­hen: damit die Kärnt­ner Kam­er­aden wis­sen, worum’s geht! Kri­tik an der Ausstel­lung in den offiziellen Räum­lichkeit­en des Kärnt­ner Land­tags wurde von den Gebrüdern Scheuch unter Beru­fung auf die „Frei­heit der Kun­st“ abge­tan und der Land­tagspräsi­dent Lob­nig (damals BZÖ, jet­zt FPK) sah natür­lich auch keinen Grund, seine Eröff­nung der pein­lich-wider­lichen Ausstel­lung abzusagen. Rund 50 BesucherIn­nen waren damals zur Eröff­nung erschienen.

Einzig Ste­fan Pet­zn­er (BZÖ) hat­te damals als einziger im frei­heitlichen Lager die Courage, die Ausstel­lung zu kri­tisieren. Von der Bun­des-FPÖ, die damals ger­ade die Heimhol­ung der Kärnt­ner BZÖ-Par­tie vor­bere­it­ete, war keine laute Kri­tik zu hören.