Kufstein/Innsbruck: Harte Urteile für Brandanschlag

Der Prozess gegen jene drei jun­gen Män­ner, die im Jän­ner 2011 einen Bran­dan­schlag auf eine Moschee in Kuf­stein verübt und auch NS-Sym­bole geschmiert hat­ten, endete vor dem Geschwore­nen­gericht in Inns­bruck mit drei Verurteilun­gen wegen ver­suchter Brand­s­tiftung. Vom Vor­wurf der NS- Wieder­betä­ti­gung wur­den alle drei Angeklagten freigesprochen.

Die drei Angeklagten gaben zu Beginn des Prozess­es über ihre Rechtsvertreter ein Tat­sachengeständ­nis an. Der Erstangeklagte (22) bekan­nte sich auch schuldig und betonte, dass die Tat­en seine Idee gewe­sen seien. Als Grund gab er an, dass er in der Ver­gan­gen­heit öfter von Türken bedro­ht wor­den sei und mit dem Anschlag zeigen wollte, dass sich Öster­re­ich­er wehren könnten….Eine NS-Gesin­nung habe er nicht, er habe auch türkische Freunde.

Die bei­den jugendlichen Angeklagten (15 bzw. 18) sagten zur Schuld­frage nicht aus Der eine erk­lärte, er habe keinen Tat­beitrag geleis­tet, der andere erk­lärte, er wisse nicht mehr viel, da er an diesem Tag betrunk­en gewe­sen sei.

Neben dem Bran­dan­schlag war den Jugendlichen von der Anklage auch Wieder­betä­ti­gung vorge­wor­fen wor­den, weil sie unter anderem eine SS-Rune und „88“ auf Gebäude geschmiert hatten.

Vom Vor­wurf der Wieder­betä­ti­gung wur­den alle drei freige­sprochen, für die ver­suchte Brand­s­tiftung gab es harte Strafen: zweiein­halb Jahre unbe­d­ingt für den Erstangeklagten, 18 Monate Haft, davon 6 Monate unbe­d­ingt, für den 15-jähri­gen und 8 Monate unbe­d­ingt, zusät­zlich 16 Monate bed­ingt, für den 18-jähri­gen. Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig.