Salzburg: Nazis dürfen nicht trällern!

Nach dem North­ern Lights-Fes­ti­val in Reichen­thal (OÖ) hätte ein Monat später in Salzburg ein weit­er­er Nazi-Auftrieb mit recht­slasti­gen Bands stat­tfind­en sollen. „Luft­waffe“, „Gno­mon­clast“, „Spreu & Weizen“ und namentlich noch nicht genan­nte „spe­cial acts“ waren ange­sagt, um im Club b.lack in der Leopold­skro­n­straße am 23. Juli aufzus­pie­len. Jet­zt ist das Konz­ert abgesagt.

Der Club b.lack ist der Nach­fol­ger des Cave-Club, der 2009 zus­per­ren musste, nach­dem es mehrfach zu recht­sex­tremen Vor­fällen gekom­men war. Das Pub­likum reagierte sehr sen­si­bel und blieb in der Folge aus. Ein­er, um den es damals ging, weil er als Türste­her bei „Overdose“-Veranstaltungen im Cave-Club in ein­er SS-ähn­lichen Uni­form arbeit­ete, ist der Neon­azi Hayo K., ein Öster­re­ich­er, der beson­dere Beziehun­gen zur deutschen Kam­er­ad­schaftsszene entwick­elt hat.

Hayo K., der Neon­azi, ist auch unter den spär­lichen 38 Zusagen, die sich auf der Face­book-Seite für die Ver­anstal­tung einge­tra­gen haben. Neben so illus­tren Namen wie „Nibelun­gen Treue“, „Njord Blutes­zorn“ oder einem Typen, dessen Pro­fil­bild starke Ähn­lichkeit­en mit einem verblich­enen Selb­st­mörder aufweist, find­et sich auch Hayo als „Zeit­en Wende“.

Nach der Absage im b.lack suchen die Ver­anstal­ter nach ein­er neuen Loca­tion: das Konz­ert soll jeden­falls am 23.7. stat­tfind­en, kündi­gen sie an. Die Ver­anstal­ter nen­nen sich „Wolf Hall“, sind aus Bib­er­ach (Baden Würt­tem­berg) und organ­isieren unter anderem Industrial‑, Neo-Folk- Konz­erte. Das Salzburg-Konz­ert wurde auch vom recht­sex­tremen „Trutzburg Thule“-Versand aus Waib­lin­gen unter­stützt. „Trutzburg-Thule“ vertreibt die Alben von „Von Thron­stahl“, ein­er mit­tler­weile ein­deutig im Neon­azi-Eck ange­siedel­ten For­ma­tion, die mit „Spreu &Weizen“ ein gemein­sames Album pro­duziert hat. Die Videos von „Spreu & Weizen“ lassen eben­falls an Deut­lichkeit nichts zu wün­schen übrig: eine Nazi-Truppe!

Der Ver­anstal­tungsraum Salzburg ist für die deutschen Ver­anstal­ter offen­sichtlich deshalb inter­es­sant gewor­den, weil sie hier mit weniger Wider­stand und Öffentlichkeit rech­neten als etwa in Bayern.

Einst­weilen ist das Konz­ert nur im b.lack abge­sagt – ob die Ver­anstal­ter an einen anderen Ort in Oberöster­re­ich oder Salzburg denken, wer­den die näch­sten Wochen zeigen!