FPÖ verzweifelt auf Brautschau

Es wird immer bess­er! Die FPÖ hat offenkundig ern­sthafte Sor­gen, bei ihrem Wer­ben um inter­na­tionale Ver­bün­dete im nationalen Lager auf der Strecke zu bleiben. Jet­zt hat sie nach dem streng geheimen Tre­f­fen Stra­ches in Ital­ien, das nur von Stra­che bestätigt, von allen anderen aber demen­tiert wurde und nach dem pein­lichen Auftritt Stra­ches (mit Gefol­gschaft) mit Marine Le Pen in Straßburg eine neue Hochzeit aus­gerufen: Die FPÖ ist bei der „Euro­pean Alliance for Free­dom“ (EAF) unter die Haube gekommen!

Präsi­dent dieser neuen Rechts-Allianz ist God­frey Bloom (von der UKIP) und schon dessen Stel­lvertreter darf ein FPÖ-Mann sein! Der inter­na­tion­al renom­mierte EP-Abge­ord­nete der FPÖ, Franz Ober­mayr, der seine Recht­sex­trem­is­mus-Reifeprü­fung am Yasuku­ni-Schrein gemein­sam mit Vertretern von Job­bik, British Nation­al Par­ty, Vlaams Belang und anderen able­gen durfte, wird der inter­es­san­ten Samm­lung von Rechtsparteien vorstehen.

Aber da begin­nen bere­its die Prob­leme. Mölz­er, der Unverbesser­liche, spricht zwar von „ein­er gewis­sen inhaltlichen Übere­in­stim­mung“, aber Stra­che wider­spricht da. Die Posi­tio­nen von Job­bik wür­den „nicht dem frei­heitlichen Geist entsprechen“. Und er set­zt noch eines drauf: die in der EAF vertretene Ungarin Kriszti­na Mor­vai sei gar kein Mit­glied von Job­bik – so Strache.

Mor­vai – so Stra­che –sei zwar Spitzenkan­di­datin von Job­bik, aber im Europäis­chen Par­la­ment (EP) sitze sie als unab­hängige Abge­ord­nete. Mit Job­bik als Partei würde die FPÖ „kein­er­lei Part­ner­schaft“ einge­hen, meint Stra­che (APA 30.6.2011).

Für Stra­che geht es also völ­lig in Ord­nung, wenn Mor­vai als Per­son und nicht Vertreterin von Job­bik in dem Bünd­nis ist. Dass Mor­vai eine der schlimm­sten anti­semi­tis­chen und antizigan­is­tis­chen Het­zerin­nen ist bei Job­bik ist, scheint offen­sichtlich kein Prob­lem, solange sie nur als Per­son in der EAF sitzt!

Laut Mölz­er sitzen die meis­ten in der EAF als Per­so­n­en, nicht als Parteien: „Die meis­ten Mit­glieder sind das als Per­so­n­en, nicht als Partei- und wir auch“. Ob die FPÖ als Partei beitreten werde, hängt laut Mölz­er davon ab, wie sich die anderen Part­ner dazu ver­hal­ten. Ver­mut­lich ist die FPÖ für einige in dem Rechts­bünd­nis das, was Stra­che von Job­bik annimmt.

Was aber glaubt Stra­che wirk­lich? Dass man mit Anti­semiten eine inter­na­tionale Allianz machen kann, solange sie als Per­so­n­en, nicht als ParteivertreterIn­nen in dem Bünd­nis vertreten sind?

Und was Job­bik bet­rifft: Will Stra­che wirk­lich nicht wis­sen, wer aller aus sein­er Partei sich mit Job­bik trifft: Mar­tin Graf, Wal­ter Rosenkranz, Johannes Hüb­n­er, Johann Gudenus?

Aber jen­seits dieser inter­nen Befind­lichkeit­en der FPÖ: es ist ohne­hin schw­er vorstell­bar, dass die Iso­la­tion­is­ten von der Unit­ed King­dom Inde­pen­dent Par­ty (UKIP) ‚die zwar rechts und kon­ser­v­a­tiv sind, nähere Gemein­samkeit­en mit Vertretern von Parteien find­en, die mit der British Nation­al Par­ty auf Pil­ger­fahrt zum Yasuku­ni-Schrein gehen oder Schwierigkeit­en haben, der Aberken­nung von Ehren­bürg­er­schaften für Hitler und Co. zuzustimmen.