Strache und sein beschmutztes Nest

Die Sache war ganz anders geplant: Heinz-Chris­t­ian Stra­che und Marine Le Pen, die Front­la­dy des Front Nation­al, woll­ten in Straßburg über eine Pressekon­ferenz bei der Frak­tion „Europa der Frei­heit und Demokratie“ im EU-Par­la­ment anklopfen, ob nicht doch ein Platz für die bei­den recht­sex­tremen Schmud­del­parteien frei wäre.

Dann wäre eigentlich noch die neuer­liche Ankündi­gung der nach dem streng geheimen Tre­f­fen in Ital­ien von Stra­che angekündigten Anti-Asyl-Ini­tia­tive ange­s­tanden. Der tasergeprüfte Gen­er­alsekretär Vil­im­sky und der außen­poli­tis­che Sprech­er der FPÖ im Nation­al­rat, Johannes Hüb­n­er, waren als Assis­ten­z­di­en­stleis­ter bei der Pressekon­ferenz anwe­send, kon­nten aber die Eskala­tion nicht ver­hin­dern, son­dern tru­gen im Gegen­teil zu ihr bei.

Als der ORF-Kor­re­spon­dent in Brüs­sel, Raimund Löw, an Marine Le Pen eine Frage zum Abstim­mungsver­hal­ten von FPÖ-Poli­tik­ern zur Aberken­nung der Ehren­bürg­er­schaft für Hitler stellte, platzte den Assis­ten­z­di­en­stleis­tern und Stra­che der Kra­gen. Stra­che bew­ertete die Frage als „Nest­beschmutzung“, Hüb­n­er fand sie „unglaublich“ und Taser-Vil­im­sky rumorte im Hin­ter­grund. Ergeb­nis: Die Pressekon­ferenz war von sehr kurz­er Dauer. „Eklat im EU-Par­la­ment“, meldete die APA lakonisch. Der „Stan­dard“ hat die wesentlichen Pas­sagen gut doku­men­tiert, den außen­poli­tis­chen Sprech­er Hüb­n­er allerd­ings zum Gemein­der­at degradiert.

Der ziem­lich plumpe Ver­such Stra­ches, ein­er­seits zu beto­nen, dass die Ehren­bürg­er­schaft Hitlers mit dessen Tod ohne­hin erloschen sei, ander­er­seits die FPÖ als diejenige Partei darzustellen, die „uner­müdlich“ Anträge einge­bracht habe, um fest­stellen zu lassen, dass Hitler kein Ehren­bürg­er sei, dürfte im Eklat unterge­gan­gen sein.