Wiener Neustadt(NÖ): Kriegsverbrecher auf Ehrentafel

Die Web­site „Junger Rot­er“ hat einen guten Blick und eine gute Frage. Auf dem (Helden-)Denkmal in der There­sian­is­chen Akademie Wiener Neustadt ste­ht der Name Alexan­der Löhr an promi­nen­ter Stelle. Und der sollte dort nichts zu tun haben.

In Wiener Neustadt hat Löhr noch immer einen Ehren­platz. Keine Zusatztafel erin­nert an den Kriegsver­brech­er Löhr.

Ähn­lich­es gilt für den zweit­en Namen, der dem „jun­gen Roten“ aufge­fall­en ist: Wal­ter von Ecch­er, der mit sein­er SS-Funk­tions­beze­ich­nung am Denkmal einge­tra­gen ist. Ecch­er war in den let­zten Kriegsmonat­en ver­mut­lich Kom­man­dant ein­er SS-Frei­willi­gen-Ein­heit, die als Kom­man­do Schill bei der Nieder­schla­gung des Auf­s­tands in der Slowakei 1944 beteiligt war. Sein Tod in den let­zten Kriegsta­gen spricht eben­falls dafür, dass es sich bei ihm um einen überzeugten Nazi und SSler gehan­delt haben dürfte. In Wiener Neustadts Mil­itärakademie hat Ecch­er einen Ehren­platz – ohne kri­tis­chen Kommentar.

Das Öster­re­ichis­che Bun­desheer hat in den let­zten Jahren einige Anstren­gun­gen unter­nom­men, um mit den vorher üblichen Tra­di­tion­sh­er­leitun­gen von Mil­itärver­bän­den aus der Deutschen Wehrma­cht Schluss zu machen. In Wiener Neustadt sind sie offen­sichtlich noch nicht angekom­men, jeden­falls nicht abgeschlossen. Das ist das eine. Min­destens so beun­ruhi­gend ist aber auch, dass sich der frühere Mitar­beit­er von Mar­tin Graf, Sebas­t­ian P., sein Pack­erl vom „Aufruhr“-Versand in die Wiener Neustädter Kaserne mit der Auf­schrift „Ost­mark“ schick­en lassen kon­nte, ohne dass dies aufge­fall­en wäre.

Mar­tin S. , ein Hard­core-Neon­azi, wurde eben­falls in Wiener Neustadt mil­itärisch aus­ge­bildet. Den Per­so­n­en, die sich auf Face­book bei der Neon­azi-Gruppe „Son­nen­stu­dio 88“ ein­tru­gen, gefiel das „Jagd­kom­man­do“ in Wiener Neustadt. Zufall? Ein­er von ihnen ist jeden­falls Ange­höriger des Bun­desheeres. Bun­desmin­is­ter Dara­bos hat angekündigt, gegen Recht­sex­treme und Neon­azis vorzuge­hen. Das Heeresab­wehramt ist auch offen­sichtlich aktiv­er als der Ver­fas­sungss­chutz. Na, dann los!