Innsbruck: Eso ‑Messe mit Antisemitem

Dieses Woch­enende find­et vom 19. ‑21.11. in Inns­bruck die Eso­terik- und Naturheilkunde-Messe statt. Für 10 Euro Ein­tritt kann man sich bei Palm­blatt-Lesun­gen, geistiger Wirbel­säu­len­be­gr­a­di­gung oder son­stigem eso­ter­ischem Schmus vergnü­gen. Der Blick ins Jen­seits darf natür­lich nicht fehlen.

Ein­er der beson­deren Reinkar­na­tion­sspezial­is­ten, die in Inns­bruck auftreten, ist Trutz Har­do, der mit bürg­er­lichem Namen Trutz Har­do Hock­e­mey­er heißt. Trutz Har­do hat sich auch als Buchau­tor einen Namen gemacht – und was für einen! Im Rah­men der Rei­he „Sieben Far­bro­mane“ veröf­fentlichte er das Buch „Jedem das Seine“. Der Buchti­tel ist ident mit der Losung, die über dem Ein­gangsportal zum KZ Buchen­wald ste­ht („Suum cuique“).

Nicht wegen des Titels, son­dern wegen der wider­lichen Behaup­tung, beim Holo­caust han­dle es sich um eine kollek­tive karmis­che Reini­gung, die ermorde­ten Juden hät­ten ihr Schick­sal gesucht, um ihre Schuld aus früheren Leben zu süh­nen, wurde er in der BRD wegen Volksver­het­zung verurteilt.

Öffentliche Auftritte von Trutz Har­do wie der beim ARD- Mag­a­zin „Poly­lux“(spiegel.de) ende­ten zumeist mit ein­er Dis­tanzierung und Entschuldigung der Redak­tion. Im Falle der Eso­terik-Messe Inns­bruck wis­sen es die Ver­anstal­ter ja schon vorher – sie haben genü­gend Zeit, um dem Anti­semiten Har­do die öster­re­ichis­che Geset­zes­lage zu erk­lären: das NS-Ver­bots­ge­setz (§ 3g) und den Ver­het­zungspara­graphen (§ 283 StGB). Denn wenn die Ver­anstal­ter der Eso-Messe ab jet­zt nicht auf­passen, sind sie mit dabei!