Neunkirchen: Blauer Polizist unter NS- Verdacht

Diet­mar Ger­hartl, Gemein­der­at in Neunkirchen, legt derzeit wenig Wert auf öffentliche Kom­mu­nika­tion: Seine per­sön­liche Seite auf Face­book zeigt nur mehr sein Pro­fil­fo­to und HC Stra­che. Der dürfte noch immer der Lieblingspoltik­er des blauen Polizis­ten sein.

Seit 2008 näm­lich ist Ger­hartl, der im Zivil­beruf als Polizist in Wien (Land­straße) tätig ist, von der FPÖ aus­geschlossen. Der unmit­tel­bare Anlaß: Ger­hartl wollte sich die Echtheit eines Briefes aus dem KZ Buchen­wald bestäti­gen lassen und hat­te diesen Brief auch an Parteifre­unde weit­erge­mailt. Schon 2006 hat­te Ger­hartl anlässlich des tragis­chen Todes eines öster­re­ichis­chen Blauhelms im Libanon unter anderem gepostet: „Die Massen­mörder mit dem Juden­stern bleiben wir immer ungestraft.“

Seine Beruf­sauf­fas­sung gab er in einem Post­ing zu Flo­ri­an Klenks Berichter­stat­tung über den Tod von Cheibani Wague im Wiener Stadt­park zum Besten: „was genau an dem im Stadt­park geschehenen war unge­set­zlich? Damit meine ich nicht, was die Richter in einem lang­wieri­gen Prozess ‚erkan­nten’, son­dern welch­es Recht jene Polizis­ten so offenkundig gebrochen haben, als sie ihre Amt­shand­lung führten.“ (florianklenk.com)

Seit 2010 sitzt Ger­hartl mit sein­er von der FPÖ abges­pal­te­nen Liste „Die Blauen“ und einem Man­dat im Neunkirch­n­er Gemein­der­at. Mit seinen früheren Kam­er­aden von der FPÖ liefert er sich heftige Sträusse vor Gericht wegen des Eigen­tums an Schaukästen. Ende August wurde der Wiener Polizeipräsi­dent Pürstl auf Ger­hartls Treiben aufmerk­sam gemacht und han­delte: Der Polizist wurde vor­läu­fig vom Dienst sus­pendiert, eine Strafanzeige wegen Wieder­betä­ti­gung nach § 3g Ver­bots­ge­setz einge­bracht. (Quelle: NÖ Kuri­er, 11.9.2010)