Donner blieb ungehört

Das „Freundschaftstreffen“ von deutschen und tschechischen Neonazis in Niederbayern mit musikalischer Untermalung durch den „Donner des Nordens“ aus Wien (wir berichteten) fand weitgehend ohne Publikum statt.

Ein Schärdinger Neonazi wurde –wie die „Passauer Neue Presse“ berichtete – gleich nach seiner Ankunft verhaftet. Hier der Bericht der „Passauer Neue Presse“ vom 5.7.2010

http://www.pnp.de/nachrichten/artikel.php?cid=29-28674001&Ressort=bay&BNR=0

Polizei dämmt Neonazi-Treffen ein

Rechte Szene traf sich in Buchhofen – „100 Jahre Vorstrafen“

Buchhofen. Während der Samstag für die Fußballbegeisterten Tag des Triumphes war, war er in Geiselhöring, Deggendorf und Buchhofen zugleich durch Unangenehmes aus dem rechten Eck geprägt. Hundertschaften der Polizei waren im Einsatz, um Aktionen, Demo und ein internationales Neonazikonzert im Griff zu halten.
Ab 10 Uhr wetterte am Samstag der Vorsitzende des NPD-Kreisverbands, Alfred Steinleitner, in Deggendorf gegen die Globalisierung. Lautstarke Unterstützung kam von den „Freien Kräften“ – jungen, gewaltbereiten Neonazis aus der Region, die im Netzwerk „Nationales Bündnis Niederbayern“ organisiert sind. Das Netzwerk „Bunter Landkreis“ versuchte auf der Gegendemonstration, mit Vuvuzelas den Parolen der Redner entgegenzuwirken. Höhepunkt des Treibens war das Konzert in Buchhofen. Ab 15 Uhr luden die Neonazis und einige NPD-Aktivisten zum deutsch-tschechischen „Tag der Freundschaft“ in den „Jägerwirt.“ Abends sollten Bands aus Deutschland, Tschechien und Österreich die „Kameraden“ verschiedener Nationalitäten unterhalten. Eine Hundertschaft Polizisten riegelte Buchhofen ab. Auch der Staatsschutz war vor Ort.
Der massive Druck machte sich bemerkbar. Bis 17.30 Uhr schätzte die Polizei erst rund 60 Veranstaltungsbesucher. Und bis auf einzelne tschechische und österreichische Kameraden blieb man unter sich. Zu den Aktivisten aus der Region stießen noch Vertreter aus Augsburg, Amberg-Sulzbach, Erlangen-Höchstadt, Schwandorf-Tirschenreuth. „Da ist eine gefährliche Bande zusammen“, so ein Beamter aus der Einsatzleitung vor Ort. „Von den Vorstrafen her kommen da gut 100 Jahre Gefängnis zusammen.“ Einer trat sogar gleich vor Ort seine Haft an: Ein Schärdinger wurde Minuten nach der Ankunft verhaftet. Gegen ihn lag ein offener Haftbefehl vor.
Der „Jägerwirt“ diente bereits in der Vergangenheit als Treffpunkt der rechten Szene. Das jetzige Treffen soll jedoch bis auf Weiteres die letzte rechte Veranstaltung in dem Lokal gewesen sein. In den nächsten Monaten stehe nichts auf dem Plan, versicherte der Wirt, Robert Leher, kürzlich der PNP. – mb/pnp