Neonazi-Übergriff: Kogler griff ein und dankt heute weiteren Besuchern für Zivilcourage

Quelle: steiermark.gruene.at

24.06.2010 15:56

Grü­nen-Land­tagsspitzenkan­di­dat Wern­er Kogler stellte sich Neon­azi-Über­grif­f­en entgegen.

Werner Kogler

In einem Pressege­spräch heute Nach­mit­tag gab nun der Grüne Land­tagsspitzenkan­di­dat Wern­er Kogler seine Wahrnehmung der gestri­gen Neon­azi-Über­griffe beim Pub­lic View­ing im Pfauen­garten wieder. „Zu Beginn der zweit­en Hal­bzeit des Spiels Deutsch­land gegen Ghana beobachtete ich gemein­sam mit einem Parteim­i­tar­beit­er, dass an einem nahen Tisch eine Gruppe von jun­gen Män­nern in dun­klen Deutsch­land-Trikots anf­ing für Unruhe zu sor­gen. Ich selb­st habe Wörter wie ‚Nig­ger‘ oder ‚Sieg Deutsch­land‘ gehört, mir wurde später erzählt, dass sie auch ‚SS, SA, wir sind wieder da‘‘ und der­gle­ichen ‚gegrölt‘ haben. Nach einiger Zeit ging dieses Ver­hal­ten den anderen Besuch­ern zu sehr auf die Ner­ven und sie ver­sucht­en auf die Gruppe ver­bal einzuwirken, damit aufzuhören. Daraufhin began­nen die offen­sichtlichen Neon­azis, vor allem vier sind mir davon aufge­fall­en, eine kör­per­liche Auseinan­der­set­zung – die erste Ohrfeige ins Gesicht eines Fußball­fans habe ich deut­lich gese­hen“, so Kogler, der sich daraufhin zwis­chen die Grup­pen stellte um die Auseinan­der­set­zung zu schlicht­en. „Ich habe den Män­nern gesagt, dass ich genau beobachtet habe, wer ange­fan­gen hat und dass sie damit sofort aufhören sollen“, so Kogler. Die vier schienen den grü­nen Abge­ord­neten zu erken­nen „Ah, die Grü­nen sind auch da!“) und ließen von ihrem Ver­hal­ten ab um sich Rich­tung Aus­gang zu begeben – dabei schüt­teten sie Kogler noch einen Bech­er Bier in die Augen.

Der Grüne Parteim­i­tar­beit­er wollte daraufhin den jun­gen Män­nern nachge­hen um beim Aus­gang mit den Secu­ri­tys ihre Iden­tität fest­stellen zu lassen – als er nach weni­gen Minuten zu Kogler und den anderen Besuch­ern zurück kam, war sein Gesicht blutüber­strömt. Er wird heute operiert und hat zumin­d­est einen Jochbein­bruch davongetragen.

Kogler bedank­te sich heute bei jenen Pub­lic View­ing-Besuch­ern, die Zivil­courage gezeigt hat­ten und die ausufer­n­den Neon­azi-Beschimp­fun­gen stop­pen woll­ten – und er ver­lieh sein­er Zuver­sicht Aus­druck, dass die Polizei, bei der er heute Abend als Zeuge aus­sagen wird, zügig und umfassend ermit­teln werde. „Dieser Vor­fall zeigt ein­mal mehr: Es gibt neon­azis­tis­che Gesin­nung, es gibt Neon­azis, es gibt ide­ol­o­gisch motivierte gewalt­tätige Über­griffe“, so der Grüne Land­tagsspitzenkan­di­dat abschließend.

Siehe auch: Graz: Neon­azis stänkern und schlägern – Jochbeinbruch