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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Neonazi-Übergriff: Kogler griff ein und dankt heute weiteren Besuchern für Zivilcourage

Grü­nen-Land­tags­spit­zen­kan­di­dat Wer­ner Kog­ler stell­te sich Neo­na­zi-Über­grif­fen entgegen.

24. Juni 2010

In einem Pres­se­ge­spräch heu­te Nach­mit­tag gab nun der Grü­ne Land­tags­spit­zen­kan­di­dat Wer­ner Kog­ler sei­ne Wahr­neh­mung der gest­ri­gen Neo­na­zi-Über­grif­fe beim Public Vie­w­ing im Pfau­en­gar­ten wie­der. „Zu Beginn der zwei­ten Halb­zeit des Spiels Deutsch­land gegen Gha­na beob­ach­te­te ich gemein­sam mit einem Par­tei­mit­ar­bei­ter, dass an einem nahen Tisch eine Grup­pe von jun­gen Män­nern in dunk­len Deutsch­land-Tri­kots anfing für Unru­he zu sor­gen. Ich selbst habe Wör­ter wie ‚Nig­ger‘ oder ‚Sieg Deutsch­land‘ gehört, mir wur­de spä­ter erzählt, dass sie auch ‚SS, SA, wir sind wie­der da‘‘ und der­glei­chen ‚gegrölt‘ haben. Nach eini­ger Zeit ging die­ses Ver­hal­ten den ande­ren Besu­chern zu sehr auf die Ner­ven und sie ver­such­ten auf die Grup­pe ver­bal ein­zu­wir­ken, damit auf­zu­hö­ren. Dar­auf­hin began­nen die offen­sicht­li­chen Neo­na­zis, vor allem vier sind mir davon auf­ge­fal­len, eine kör­per­li­che Aus­ein­an­der­set­zung – die ers­te Ohr­fei­ge ins Gesicht eines Fuß­ball­fans habe ich deut­lich gese­hen“, so Kog­ler, der sich dar­auf­hin zwi­schen die Grup­pen stell­te um die Aus­ein­an­der­set­zung zu schlich­ten. „Ich habe den Män­nern gesagt, dass ich genau beob­ach­tet habe, wer ange­fan­gen hat und dass sie damit sofort auf­hö­ren sol­len“, so Kog­ler. Die vier schie­nen den grü­nen Abge­ord­ne­ten zu erken­nen („Ah, die Grü­nen sind auch da!“) und lie­ßen von ihrem Ver­hal­ten ab, um sich Rich­tung Aus­gang zu bege­ben – dabei schüt­te­ten sie Kog­ler noch einen Becher Bier in die Augen.

Der Grü­ne Par­tei­mit­ar­bei­ter woll­te dar­auf­hin den jun­gen Män­nern nach­ge­hen um beim Aus­gang mit den Secu­ri­tys ihre Iden­ti­tät fest­stel­len zu las­sen – als er nach weni­gen Minu­ten zu Kog­ler und den ande­ren Besu­chern zurück kam, war sein Gesicht blut­über­strömt. Er wird heu­te ope­riert und hat zumin­dest einen Joch­bein­bruch davongetragen.

Kog­ler bedank­te sich heu­te bei jenen Public Vie­w­ing-Besu­chern, die Zivil­cou­ra­ge gezeigt hat­ten und die aus­ufern­den Neo­na­zi-Beschimp­fun­gen stop­pen woll­ten – und er ver­lieh sei­ner Zuver­sicht Aus­druck, dass die Poli­zei, bei der er heu­te Abend als Zeu­ge aus­sa­gen wird, zügig und umfas­send ermit­teln wer­de. „Die­ser Vor­fall zeigt ein­mal mehr: Es gibt neo­na­zis­ti­sche Gesin­nung, es gibt Neo­na­zis, es gibt ideo­lo­gisch moti­vier­te gewalt­tä­ti­ge Über­grif­fe“, so der Grü­ne Land­tags­spit­zen­kan­di­dat abschlie­ßend. (Quel­le: steiermark.gruene.at, 24.06.2010 15:56)

Sie­he auch: Graz: Neo­na­zis stän­kern und schlä­gern – Jochbeinbruch

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