Der „Aula“-Chef bei den Neonazis

11. August 2012

Dass die „Aula“, das Organ der Freiheitlichen Akademikerverbände, im rechtsextremen Bereich zu verorten ist, ist nicht neu. Chefredakteur Martin Pfeiffer sorgt jedenfalls dafür, dass auch die Kontakte im tiefbraunen Bereich intensiv bleiben. Im Juli war Pfeiffer auf Vortragsreise in Deutschland.

Martin Pfeiffer ist bestens verankert in der rechtsextremen Szene. Der „Schriftleiter“ der „Aula“ ist Vorsitzender der „Gesellschaft für freie Publizistik“ und beim Kulturwerk Österreich.

Bei der NPD war er schon mehrmals eingeladen – als „Ehrengast“. Deshalb ist auch sein Auftritt bei den „Forumsgesprächen“ der Oberhausener NPD im Ruhrgebiet nicht wirklich überraschend. Delikater hingegen sein zweiter Auftritt in Dortmund, wo er auf Einladung des NPD-Kreisverbandes Unna / Hamm und der Freien Nationalisten am 21. Juli über das „Dritte Lager“ in Österreich referieren durfte und freundlich empfangen wurde.


Die Aula. Das freiheitliche Magazin, Bildquelle: DÖW – Die Aula

„Erfolgreiche Veranstaltung mit Martin Pfeiffer“ titelte das neonazistische Infoportal Dortmund seinen Bericht über die „Saalveranstaltung“. Er schaffte es, eineinhalb Stunden über das „Dritte Lager“ in Österreich zu reden und dennoch die wichtigen Fragen für die Diskussion danach aufzusparen: „Besonders die Haltung der Partei zum Staat Israel und die Reise des Bundesvorsitzenden Strache in eben jenen Staat wurde diskutiert“. Was Pfeiffer auf die drängenden Fragen der Neonazis wohl geantwortet hat? Und was hat Pfeiffer zum Neonazi-Prozess gegen Küssel & Co gesagt? Gesinnungsprozess? Und was noch? Im Bericht des Infoportals steht da nämlich nur: „Außerdem informierte Pfeiffer das Auditorium über den zur Zeit in Österreich laufenden Gesinnungsprozess gegen Gottfried Küssel“.

Möglicherweise ist ihm eine besonders umfassende Darstellung des Dritten Lagers gelungen – sozusagen von Strache bis Küssel. Alle konnte er trotz seiner optimistischen Prognosen für die FPÖ und eine eventuelle Regierungsbeteiligung nicht überzeugen. Wie nicht anders zu erwarten, blieben einige Neonazis skeptisch im Schmollwinkerl: “Unter den Zuschauern gab es viele kritische Stimmen, die ihr Vertrauen an Veränderung durch Parteien und Wahlen verloren haben und sich lieber dem außerparlamentarischen Widerstand widmen“.

Siehe auch: Blick nach Rechts.