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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Rassismus und Homophobie bei der WM

Bei der letz­ten Fuß­ball-WM lehn­ten vie­le deut­sche und öster­rei­chi­sche Neo­na­zis die übli­che Unter­stüt­zung der deut­schen Elf wegen ihres Migran­ten­an­teils ab, ande­re wie­der­um waren ein­fach auf Pro­vo­ka­ti­on und Schlä­ge­rei aus. Bei der WM in Bra­si­li­en ging’s abseits der Spiel­ein­schät­zun­gen bis­her haupt­säch­lich um die Beiß­at­ta­cke von Luis Sua­rez aus Uru­gu­ay; homo­pho­be und ras­sis­ti­sche Vor­fäl­le wur­den kaum medi­al thematisiert.

30. Juni 2014

Als beim Spiel Deutsch­land gegen Gha­na für eini­ge Sekun­den ein bär­ti­ger Flit­zer mit selt­sa­men Buch­sta­ben und Zif­fern­kür­zeln auf sei­ner Brust zu sehen war, ver­mu­te­ten eini­ge schon einen Neo­na­zi. Es war aber ein Pole, der mit Anga­be sei­ner Tele­fon­num­mer und E‑Mail-Adres­se auf der Brust Geld für WM-Tickets und Rück­flug orga­ni­sie­ren wollte.

Die tat­säch­li­chen ras­sis­ti­schen und homo­pho­ben Vor­fäl­le, die es bis­her bei der WM gab, betref­fen vier Län­der: Mexi­ko, Bra­si­li­en, Kroa­ti­en und Russ­land. Die FIFA-Dis­zi­pli­nar­kom­mis­si­on hat zwar Ermitt­lun­gen ein­ge­lei­tet, nach­dem mexi­ka­ni­sche Fans im Spiel gegen Kame­run homo­pho­be Sprech­ge­sän­ge ange­stimmt hat­ten, das Ver­fah­ren aber mitt­ler­wei­le bereits wie­der ein­ge­stellt, wie die taz (25.6.14) berichtet.

Auch im Spiel Bra­si­li­en gegen Mexi­ko ist es nach Anga­ben des anti­ras­sis­ti­schen Netz­werks FARE wech­sel­sei­tig zu homo­pho­ben Sprü­chen gekom­men. Rus­si­schen und kroa­ti­schen Fans wie­der­um wird vor­ge­wor­fen, in den Spie­len gegen Süd­ko­rea und Bra­si­li­en Ban­ner mit ras­sis­ti­schen und homo­pho­ben Sym­bo­len in den Sta­di­en auf­ge­hängt zu haben.

In dem TAZ-Bei­trag wird aber auch die Schein­hei­lig­keit der FIFA the­ma­ti­siert, die z.B. die WM 2022 an Katar ver­ge­ben hat – ein Land, das Homo­se­xua­li­tät unter Stra­fe gestellt hat: „Und Blat­ter ent­blö­de­te sich nicht, Schwu­len wäh­rend der künf­ti­gen WM den Ver­zicht auf Sex zu empfehlen.“

Aber auch abseits der Sta­di­en blü­hen Ras­sis­mus und Homo­pho­bie. Nach der schwe­ren Nie­der­la­ge gegen Frank­reich gab es im Inter­net hef­ti­ge Shit­s­torms gegen die Migran­ten, vor allem gegen die Koso­va­ren, im Schwei­zer Team (Kro­ne, 27.6.2014). Als dann Xher­dan Shaqi­ri die Schweiz mit drei Toren gegen Hon­du­ras ins Ach­tel­fi­na­le schoss, ver­stumm­ten die ras­sis­ti­schen Dumpfbacken.

Die Ermitt­lun­gen gegen Mexi­ko wegen der homo­pho­ben Sprü­che wur­den von der FIFA übri­gens mit einer Begrün­dung ein­ge­stellt, die für sich, aller­dings klar gegen die FIFA spricht: Bei den „Puto, puto“ (Schwuchtel)-Rufen hand­le es sich um einen Begriff, der „in die­sem spe­zi­fi­schen Kon­text nicht als belei­di­gend ange­se­hen“ wer­den könne.

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