Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeitrag
  • Materialien
  • Rezension

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Dokumentation

Lesezeit: 4 Minuten

„System Weinzierl“ unter Druck: Brigittenau grenzt sich ab, Stadt Wien prüft FJ-Gelder

Die Enthüllungen über die Verzahnung von Freiheitlicher Jugend und Identitären erreichen die Wiener Politik: Die Brigittenauer Bezirksvertretung, wo das „System Weinzierl“ besondere Blüten treibt, fordert eine Abgrenzung von rechtsextremen Strukturen. Im Rathaus wird geprüft, wohin die Fördergelder für die FJ Wien fließen.

29. Sep. 2026
Laurenz Barth bei der Demo der identitären "Aktion 451" (Foto: Presseservice Wien, 17.11.23; Nachbearbeitung SdR)
Laurenz Barth bei der Demo der identitären „Aktion 451“ (Foto: Presseservice Wien, 17.11.23; Nachbearbeitung SdR)

Das „System Weinzierl“ sitzt in der Brigittenau

Die Brigittenau ist für die jüngsten Enthüllungen über Freiheitliche Jugend (FJ), Identitäre Bewegung und „Aktion 451“ ein besonderer Schauplatz. Drei zentrale Akteure der FJ besetzen dort die wichtigsten Positionen der FPÖ: FJ-Bundesobmann und Nationalratsabgeordneter Maximilian Weinzierl führt die Bezirkspartei, FJ-Geschäftsführer und Finanzreferent Laurenz Barth ist Bezirksvorsteher-Stellvertreter, der geschäftsführende Wiener FJ-Obmann Moritz Greiner FPÖ-Klubobmann.

Keiner der drei wohnt in der Brigittenau. Politisch kontrollieren sie trotzdem die Bezirksorganisation. Barth erhält für seine Funktion als Bezirksvorsteher-Stellvertreter knapp 5.700 Euro monatlich, Greiner als Klubobmann rund 1.700 Euro. Der „Standard“ (25.8.26) hat diese Personalpolitik als „System Weinzierl“ beschrieben, das Aktivisten aus dem identitären Umfeld in Partei-, Parlaments- und Funktionärsposten befördert.

Ausgangspunkt waren die Recherchen des „Standard“: Interne Chats, Vortragsmitschnitte, Fotos, Videos und Aussagen ehemaliger Beteiligter dokumentierten ein enges Geflecht zwischen FJ, Identitären und der von Martin Sellner aufgebauten „Aktion 451“. Die Verbindungen reichen von gemeinsamen Aktivitäten und Infrastruktur über Kaderschulung bis zur Vermittlung politischer Jobs.

Barth soll dabei eine zentrale Rolle spielen. In einem identitären Telegram-Chat wurde vor der Nationalratswahl angekündigt, beim „RFJ bzw. bei der Partei“ würden Stellen frei; Interessierte sollten sich bei Barth melden. Mehrere Personen aus dem identitären Milieu fanden anschließend Beschäftigung im Parlamentsbetrieb. Sowohl Barth als auch Greiner tauchten bei Veranstaltungen der idenditären „Aktion 451“ auf.

Bezirksvertretung fordert Abgrenzung

Die erste Sitzung der Brigittenauer Bezirksvertretung nach den Enthüllungen fand am 16. September statt. Ein Stoppt die Rechten vorliegender Resolutionsantrag forderte eine „klare politische, personelle und organisatorische Abgrenzung“ von der Identitären Bewegung, ihrem rechtsextremen Umfeld, Tarnorganisationen wie der „Aktion 451“ und mit diesen verflochtenen parteinahen Strukturen.

Der von der SPÖ formulierte Antrag verweist ausdrücklich auf die besondere Verantwortung gewählter Mandatar:innen und Mitglieder der Bezirksvorstehung. Aktuelle Medienrecherchen hätten enge personelle und organisatorische Verbindungen zwischen FJ-Funktionären und dem identitären Milieu offengelegt, auch Mandatare des FPÖ-Klubs in der Brigittenau würden dabei genannt. Alle Fraktionen mit Ausnahme der FPÖ unterstützten die Resolution.

Die Bezirksvertretung Brigittenau spricht sich für eine klare politische, personelle und organisatorische Abgrenzung von der Identitären Bewegung und deren rechtsextremem Umfeld, deren Tarnorganisationen wie der „Aktion 451“ sowie von parteinahen Strukturen mit nachgewiesenen Verbindungen, die nachweislich mit diesen Gruppierungen verflochten sind. (Antragstext)

Die Freiheitlichen brachten als Reaktion ihrerseits einen fast wortgleichen Antrag ein, in dem jegliche Bezüge zu Identitären und Rechtsextremismus gestrichen wurden – der Fingerzeig aufs eigene extreme Milieu wurde weggewischt.

Grünen-Klubobfrau Barbara Pickl nahm in ihrer Rede die FPÖ-Kader im Bezirk ins Visier. Akteure, die Identitäre und „Aktion 451“ unterstützen und mitorganisieren, hätten „die Führung in der FPÖ in der Brigittenau übernommen“. Schon bei Barths Wahl zum Bezirksvorsteher-Stellvertreter 2025 sei bekannt gewesen, dass Martin Sellner eine Wahlempfehlung für ihn abgegeben hatte. Sellner lobte Barth damals für dessen Einsatz für „Remigration“ und seine Beteiligung an einer „Aktion 451“-Demonstration.

Martin Sellners Wahlempfehlung für Laurenz Barth: "Vorzugsstimme ?? Laurenz Barth ?? Bei der Wienwahl könnt ihr einen jungen FP-Politiker unterstützen, der sich für Remigration und gegen Distanzierung einsetzt. ? Laurenz war bei der Aktion451 Demo vor der Uni Wien und viele Coronademos dabei und vertritt eine konsequent idealistische Position." (Screenshot TG 24.4.25)
Martin Sellners Wahlempfehlung für Laurenz Barth (Screenshot TG 24.4.25)

Pickl griff zudem einen Punkt auf, der über die ideologische Ausrichtung hinausreicht: Von 25 FPÖ-Kandidat:innen für die Bezirksvertretungswahl seien lediglich fünf aus der Brigittenau gekommen. Barth hielt sie vor, er habe kaum Kenntnisse über den Bezirk, wenn er diesem „Massenvergewaltigungen und Bevölkerungsaustausch“ andichte.

Fast 59.000 Euro aus Wien

Eine Woche später erreichte die Affäre das Wiener Rathaus. Die Grünen Gemeinderät:innen Theo Löcker, Jaafar Bambouk und Berivan Aslan beantragten am 23. September eine Überprüfung der Förderungen und Finanzen des Vereins „Ring Freiheitlicher Jugend – Landesgruppe Wien“, über den die Wiener FJ Fördermittel erhält.

Zwischen 2022 und 2026 flossen aus dem Fördertopf für Wiener Kinder- und Jugendorganisationen insgesamt 58.756 Euro an den RFJ Wien. Die Förderrichtlinien verlangen unter anderem die Anerkennung demokratischer Grundwerte, Achtung der persönlichen Würde, Gewaltfreiheit und die Ablehnung von Diskriminierung. Die Grünen verlangten daher eine Prüfung, ob Gelder an identitäre Strukturen weitergegeben oder für deren Aktivitäten verwendet wurden und ob Rückforderungen erforderlich sind.

SPÖ und Neos stimmten gemeinsam mit den Grünen für die weitere Behandlung des Prüfauftrags. Damit dürfte die Stadt die Finanzgebarung der Wiener FJ untersuchen. Parallel läuft bereits eine Prüfung der Bundesförderung. Der „Standard“ (23.9.26) verweist dabei besonders auf die Wiener Verbindungen: Landesjugendsekretär Jan Staudigl nimmt seit Jahren an Identitären-Aufmärschen teil, Greiner war bei der „Aktion 451“ aktiv.

Wiener Förderung läuft vorerst weiter

Weiter ging der zweite grüne Antrag. Bis zum Abschluss der Prüfung sollten keine weiteren Fördermittel an den RFJ Wien fließen, insbesondere für das Förderjahr 2027. Begründet wurde das mit dem Risiko, öffentliche Gelder könnten während der laufenden Untersuchung mittelbar bei rechtsextremen Strukturen landen.

Dafür fand sich keine Mehrheit. SPÖ und Neos verweigerten dem Antrag ihre Zustimmung. Eine nachvollziehbare inhaltliche Begründung für diese Entscheidung ist bislang nicht bekannt. Die Stadt prüft damit zwar, ob die FJ ihre Förderbedingungen eingehalten hat, eine vorsorgliche Sperre weiterer Zahlungen wurde jedoch abgelehnt.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Dokumentation
Schlagwörter: FPÖ | Identitäre | Rechtsextremismus | RFJ | SPÖ | Wien

Verwandte Beiträge

  • 25. Aug. 2026
    Arierknochen, Holocaust-Verherrlichung, Jobvermittlung: Die Identitären als Kaderschmiede der FPÖ-Jugend
    Erster öffentlicher Auftritt der "Aktion 451" an der Unirampe mit Götz Kubitschek – mit dabei u.a.: Moritz Greiner, Silvio Hemmelmayr, Andreas Hinteregger, Gerwin Kowarik, Matthias Ohm, Gernot Schmidt, Martin Sellner, Jan Staudigl (Foto: Samuel Winter, 17.11.23)
  • 31. Aug. 2026
    Frauenhass, Gewalt, Neonazi-Ideologie: Die Abgründe im Umfeld der FPÖ-Jugend
    FPÖ-Kundgebung am Wiener Keplerplatz im März 2024: rechts vorne Yannick Wagemann, neben ihm Gernot Schmidt, dahinter (mit Brille) Moritz Greiner (FPÖ-Jugend) (Screenshot Video Presseservice)

Beitragsnavigation

« „Heil Hitler Bro“, ein Mühlviertler Preuße und zwei Freisprüche

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter