Am 11. Oktober, um ca. 4 Uhr früh, tötet „Techno-Heinz“ in einem Gemeindebau in Wien-Donaustadt seinen Nachbarn durch Schüsse aus seinem Revolver. Diese Fakten sind unstrittig. Die Anzahl der Schüsse, das Motiv für die Tötung: Gegenstand der Ermittlungen. Puzzle-Teile ergeben zusammengesetzt jedoch ein sehr unvorteilhaftes Bild von „Techno-Heinz“. Der getötete Nachbar, Milad E. (33), war iranischer Herkunft, Heinz R., alias „Techno-Heinz“ ist ein österreichischer Ausländerfeind.
Die meisten Medien haben den mutmaßlichen Mord an Milad E. bislang ignoriert, nur der Boulevard hat einiges zusammengetragen. Heinz R. (50), alias „Techno-Heinz“, alias DJ Austriana, wird in „Heute“ (13.10.25) „als hagerer Mann mit großem Durst und vom Fremdenhass zerfressen beschrieben“.

Ein Brandanschlag
Seit 2021 soll es laut Berichten wiederholt Alkohol-Eskapaden von Heinz R. gegeben haben, die auch polizeilich bekannt wurden. „Heute“ registriert mehrere Anzeigen wegen Lärmbelästigung durch Heinz R. und schreibt weiter:
Im Sommer trat der 50-Jährige offenbar im Suff ein Fenster ein, der zweite Vorfall richtete sich am 30. August bereits bedrohlich gegen das spätere Opfer, dessen fremde Herkunft dem Verdächtigen ein Dorn im Auge gewesen sein soll. Denn plötzlich stand seine Fußmatte in Flammen. Nur ein Zeuge – „Heute” konnte mit ihm sprechen – verhinderte geistesgegenwärtig ein Ausbreiten der Flammen auf die Wohnung des Iraners und das gesamte Wohnhaus.
Mit seinem Nachbarn Milad E. geriet „Techno-Heinz“, dessen Namensschild an der Tür laut „Heute“ mit Österreich-Flaggen und einem Pitbull-Schriftzug beklebt ist, immer wieder wegen nächtlicher lauter Techno-Musik in Streit.
Trotz der Alkohol-Eskapaden und seiner Aggressionsausbrüche wurde gegen Heinz R. kein Waffenverbot ausgesprochen. So konnte er seine Waffe, einen Taurus-Revolver, bei der Tat einsetzen.
„L‘amour toujours“ in der Tatnacht
Auch in der Tatnacht soll Heinz R. sehr laut Musik abgespielt haben, darunter „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino – in welcher Textvariante, ist im Beitrag von oe24.at (18.10.25) nicht vermerkt.
Celina, die ein Stockwerk unter Heinz R. wohnt, erzählte dem „Kurier“ (11.10.25): „Um 2.30 Uhr bin ich aufgewacht, weil ich sehr laute Musik aus seiner Wohnung gehört habe. Dann einen Pumperer, und dann den Schuss.“(Hervorhebung im Original)
„Gehört ihm eh“ und Wiederbetätigung?
Ob es ein Schuss war oder vier Schüsse, werden die Ermittlungen klären müssen. oe24.at beschreibt die Situation nach dem Eintreffen der Polizei um ca. vier Uhr früh so:
Als die Wega ihn in Unterhosen in seiner Wohnung antrafen — die vier abgefeuerten Patronenhülsen hatte er eingesammelt und am Schreibtisch neben seiner Taurus 85 liegen, murmelte er zunächst etwas davon, den Nachbarn, den aus dem Iran vor dem Regime geflohenen 33-jährigen Milad E. mit einem Einbrecher verwechselt zu haben.
Laut „heute.at“ (16.10.25) erklärte R. zunächst, den Nachbarn für einen Einbrecher gehalten und daraufhin erschossen zu haben. Dann habe er noch angefügt: „das gehört ihm eh“ oe24.at erwähnt noch ein anderes Detail: „Daraufhin folgten dem Vernehmen nach etliche verbale Entgleisungen, die ihm zusätzliche Ermittlungen wegen des Verstoßes gegen das Wiederbetätigungsgesetz einbringen.“
Später änderte er seine Version vom Tathergang und erklärte, der Nachbar habe ihn mit einem Messer bedroht. Laut LKA wurde jedoch keine Stichwaffe am Tatort gefunden. Der Grad seiner Alkoholisierung zum Tatzeitpunkt ist ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.
Das Opfer: Milad E.
Die Ermittlungen gegen Heinz R. werden wegen Mordverdachts geführt, R. befindet sich in U‑Haft. Es gilt die Unschuldsvermutung bis zu einem allfälligen rechtskräftigen Urteil.
Über Milad E., das Opfer, ist sehr wenig bekannt. Er wird als ruhig und besonnen geschildert. Für eine Nachbarin aus dem Gemeindebau war er der „Lieblingsnachbar“. Einem Eintrag auf Facebook ist zu entnehmen, dass Milad E. eine Familie und Freunde hat, die um ihn trauern: „Milad war ein Mensch voller Herzenswärme und Güte, dessen Lachen wir ewig vermissen werden.“
Hetze gegen das Opfer
Unter den Kommentaren auf Plattformen wie Facebook überwiegen zwar jene Stimmen, die kein Verständnis für Täter und Tat zeigen – es gibt aber auch solche, die entgegen aller Fakten gegen das Opfer hetzen, den Täter und die Tat verharmlosen.
Andres O. auf FB: „Is doch scheiß egal welcher fan man ist gegen Ausländer muß man sich wären dürfen“.
Ein FB-User, der sich „Heizungs Techniker” nennt:
Ok, wir haben hier also einen Österreicher der sich halt nicht verarschen hat lassen und halt jemanden abgeknallt hat. Gibt’s überall auf der Welt. Aber warum wird hier so der Austria Hardcore Fan betont ? Kommt jetzt eine Demo gegen Austria oder was? Der Iraner hat den falschen angepisst, kommt vor, und? Der Typ geht in Schmalz und die Familie des Opfers……nun ja, traurig aber ist leider passiert. So wie bei duzenden österreichischen Opfern auch. Also machts kein Drama, ist passiert, fertig. Kann halt passieren wenn man jemanden eine Goschn anhängt, hat er halt den falschen erwischt. Strafrahmen für einen 75er sind 10–20 Jahre. Als Flüchtling würde er vermutlich 10 bekommen, nach 4 Jahren geht er heim. Bin gespannt was ein Österreicher für einen 75er ausfasst.
Hasskommentare zum Mord an Milad E. (Screenshots FB bei Account oe24)
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