Doku-Tipp: Aussteiger – Ein Ex-Neonazi packt aus

Viel wird nach dem Terrorattentat in Wien über Deradikalisierung und dem Ausstieg aus der extremen Szene – in dem Fall aus der islamistischen – geredet. Eine Deradikalisierung ist beim Attentäter von Wien nicht gelungen, aber wer denkt, dass so etwas innerhalb weniger Monate gelingen kann, ist auch naiv. Hier eine empfehlenswerte Doku über einen Rechtsextremen, dem der Ausstieg aus der Neonazi-Szene gelungen ist: „Aussteiger – Ein Ex-Neonazi packt aus“ Bemerkenswerter Satz des Aussteigers: „Wenn man dumm ist, dann weiß man nicht, dass man dumm ist.“

Ende 2017 zählte der Verfassungsschutz 24.000 Rechtsextreme in Deutschland. Die Hälfte davon gilt als gewaltbereit. Maximilian Kelm gehörte fünf Jahre auch zu der rechten Szene. In der Vergangenheit meldete er rechte Demos an, gründete die „Nationalisten Braunschweig“ und war zeitweise Mitglied der Partei „Die Rechte“. Die Antifa Braunschweig teilte zwei Flyer über ihn aus und outete ihn so in der Nachbarschaft und auf der Arbeit als Neonazi. 2015 schaffte er den Ausstieg aus der rechten Szene und startet ein neues Leben. Dennis Leiffels trifft ihn drei Jahre nach seinem Ausstieg und hat einen Berg an Fragen: Wie wird man zum Neonazi und wieso trifft man die Entscheidung, aus der rechten Szene auszusteigen? Wie reagieren Freunde und gibt es Probleme mit Ex-Kameraden?

Aussteiger – Ein Ex-Neonazi packt aus (Deutschland 2019, 30’52“)