alles roger – wir werden von diesem „Magazin“ Abstand halten

Lesezeit: 2 Minuten

Wie­der ein­mal stand das Maga­zin „alles roger?“ im Mai unter hef­ti­ger Kri­tik: Das Cover war gestal­tet mit Geor­ge Sor­os in der Mit­te, dahin­ter dunk­le Gestal­ten und der Titel: „Das Öster­reich-Netz­werk der Glo­ba­lis­ten“ Und rechts unten schau­te ein Kon­ter­fei unse­res Innen­mi­nis­ters her­vor: „Innen­mi­nis­ter Her­bert Kickl im Inter­view“ Das Cover sagt eigent­lich schon alles.

Wir haben uns mit dem selbst­er­nann­ten Quer­den­ker-Maga­zin „alles roger?“ schon öfter beschäf­tigt, Anläs­se gab es seit sei­ner Grün­dung mehr­fach. Dass dort in der Mai-Num­mer Inse­ra­te von zwei Minis­te­ri­en plat­ziert wur­den, näm­lich von Stra­ches Minis­te­ri­um für den Öffent­li­chen Dienst und Sport und vom Innen­mi­nis­te­ri­um samt Inter­view mit Her­bert Kickl, war neu und sorg­te denn doch für Aufruhr.

Als „alles roger“ immer wie­der als Bei­la­ge der Wie­ner Bezirks­zei­tung unge­be­ten in den Post­käs­ten diver­ser Bür­ge­rIn­nen lan­de­te, gab’s Nach­fra­gen von ein­zel­nen Leu­ten, die sich ob die­ser unfrei­wil­li­gen „Beglü­ckung“ ver­wun­dert und empört zeig­ten. Bereits im März pro­tes­tier­ten das „Forum gegen Anti­se­mi­tis­mus“ und die Bezirks­vor­ste­he­rin Uschi Lich­ten­eg­ger, nach­dem aus­ge­rech­net in DEM jüdi­schen Bezirk von Wien, der Leo­pold­stadt, mit der Bezirks­zei­tung auch die Febru­ar-Num­mer von „alles roger“ in die Häu­ser der dor­ti­gen Bevöl­ke­rung flat­ter­te. Wer damals in „alles roger“ hin­ein­blät­ter­te, muss­te sich die Augen rei­ben, denn dort fand sich unter ande­rem ein Arti­kel, den wir ohne Prü­fung sofort im bur­schen­schaft­li­chen Haus­blatt, der „Aula“, ver­or­tet hät­ten. Unter dem schon recht ein­deu­ti­gen Titel „Gedenk­kult und Umer­zie­hung“ war ein Rund­um­schlag gegen die „Umer­zie­hungs­po­li­tik“ nach 1945, die „Nazi-Keu­le“ des „poli­ti­schen Estab­lish­ments“, die Mani­pu­la­ti­on der Medi­en bis hin zu den 1968ern und dem „Schuld­kom­plex“, dem die Ein­wan­de­rungs­po­li­tik von Mer­kel zu ver­dan­ken sei, zu lesen. 

Die Reak­ti­on sei­tens der Bezirks­zei­tung auf die Pro­tes­te war, nen­nen wir es so, selt­sam: Damit haben wir nichts zu tun, ist nicht unse­re Ent­schei­dung, blablabla.

Nun, im Juni, wur­de „alles roger“ erneut in Tei­len von Wien mit der Bezirks­zei­tung aus­ge­lie­fert, was uns dazu ver­an­lasst hat, bei der Bezirks­zei­tung Wider­spruch ein­zu­le­gen. Und das ist nun durch­aus erfreu­lich: Eine Reak­ti­on folg­te bereits nach 45 Minu­ten. In einer Direkt­nach­richt an SdR mel­de­te sich der Chef vom Dienst der Bezirks­zei­tung: „Das war die letz­te Ver­tei­lung von die­sem ‚Maga­zin’ – wir wer­den in Zukunft Abstand halten!“

Bereits im Früh­jahr 2016 sorg­te die Fast­food-Ket­te Bur­ger King für Empö­rung, als in eini­gen Filia­len „alles roger“ zur frei­en Ent­nah­me auf­ge­legt wur­de. Lan­ge hielt das nicht, und Bur­ger King muss­te einen zer­knirsch­ten Rück­zie­her machen: “Wir neh­men Euer Anlie­gen und Eure Besorg­nis sehr ernst und wer­den die Auf­la­ge des Maga­zins in den Test­re­stau­rants stoppen.“

Bei­de Bei­spie­le zei­gen, dass Pro­test manch­mal doch wirk­sam sein kann. Wir soll­ten uns sehr viel öfter zu Wort melden.