We use automated translation to make our research internationally accessible. However, political nuances may be lost. Only the original German text is binding and definitive.
Skip to content
Stoppt die Rechten

Stoppt die Rechten

Antifaschistische Website

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky
  • Suche
  • Wissen
    • Rechtsextremismus
    • Ist die FPÖ rechtsextrem?
    • Rechtsextreme Medien in Österreich
    • Faschismus
    • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
    • Antisemitismus
    • Rassismus
    • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
    • NS-Symbole und Abzeichengesetz
    • Verhetzung. Was ist das? Was kann ich dagegen tun?
  • Handeln
    • Aktiv werden und handeln
    • Was kann wie wo gemeldet werden?
    • Gegen Sticker & Geschmiere
    • How to “Prozessreport”?
  • Hilfreich
    • Anleitung Sicherung von FB-Postings/Kommentaren
    • Strafbare Inhalte im Netz: eine Anzeige/Sachverhaltsdarstellung einbringen
    • Newsletter
    • Open Data Archiv
    • Archiv aller Beiträge
    • Schlagwörter-Wolke
    • RSS-Feeds
  • Wochenrückblick
  • Gastbeiträge
  • Materialien
  • Rezensionen

„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

FPÖ
Einzelfallzähler

aktuell 0 Fälle
alle Fälle lesen

Waffenfunde
 

0
alle Fälle lesen

Startseite | Analysen

Lesezeit: 6 Minuten

Die Zukunft des Front National

Mit sei­nem Ergeb­nis bei der Stich­wahl vom 7. Mai hat der Front Natio­nal das bes­te Ergeb­nis sei­ner Geschich­te ein­ge­fah­ren und somit sei­ne Ent­fal­tungs­kraft in Poli­tik und Gesell­schaft nicht nur bestä­tigt, son­dern noch aus­ge­wei­tet. 10,6 Mil­lio­nen Fran­zo­sen haben für Mari­ne Le Pen gewählt, ein abso­lu­ter Rekord. Und den­noch fei­ert die Par­tei­vor­sit­zen­de kei­nen Tri­umph, sie geht sogar geschwächt aus der Wahl her­vor, weil ihr Ergeb­nis hin­ter den Erwar­tun­gen zurück­bleibt. Vie­le Anhänger_innen sind ent­täuscht, in der Par­tei wächst der Unmut.

3. Juni 2017


Eine Ana­ly­se von Sophia Gassert*

Der Wahl­kampf: uner­war­tet neuartig
Die Stel­lung des Front Natio­nal wur­de vor den Wah­len dadurch begüns­tigt, dass der seit dem Früh­jahr toben­de Wahl­kampf noch nie dage­we­se­ne Züge auf­wies und sein Aus­gang bis zu sei­nem Ende am 7. Mai unge­wiss blieb. Beson­ders auf­fäl­lig war vor dem ers­ten Wahl­gang die Schwä­che der klas­si­schen Par­tei­en: Die lin­ke Par­ti Socia­lis­te konn­te kaum auf ein gutes Wahl­er­geb­nis hof­fen, die Par­tei war nach fünf Jah­ren Macht­aus­übung durch Prä­si­dent Fran­çois Hol­lan­de zu gespal­ten. Die kon­ser­va­ti­ven Les Répu­bli­cains hin­ge­gen hat­ten sich schon auf den Wahl­sieg ein­ge­stellt und muss­ten mit­an­se­hen, wie ihr Spit­zen­kan­di­dat Fran­çois Fil­lon unter ande­rem über ein Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Ver­un­treu­ung von Staats­gel­dern und Kor­rup­ti­on stol­per­te. Dem­ge­gen­über konn­ten sich Par­tei­en pro­fi­lie­ren, die vor­ga­ben, mit der alt­her­ge­brach­ten Poli­tik und den Eli­ten rest­los zu bre­chen: Das gilt sowohl für Jean-Luc Mélen­chons „Das unbeug­sa­me Frank­reich“ (La France Inso­u­mi­se), für Mari­ne Le Pens Front Natio­nal als auch für Emma­nu­el Macrons Zusam­men­schluss „In Bewe­gung!“ (En Mar­che!). Letz­te­rer ging im ers­ten Wahl­gang am 23. April 2017 mit 24 % der Stim­men als Favo­rit her­vor und trat in der Stich­wahl des 7. Mai gegen Mari­ne Le Pen an, die mit 21 % der Stim­men immer­hin die zwei­te Stel­le ergat­tert hatte. 

Neu­ar­tig erschien auch die Inten­si­tät der poli­ti­schen Kon­fron­ta­ti­on in der Zeit zwi­schen den zwei Wahl­gän­gen. Die Kan­di­da­tu­ren und Wahl­pro­gram­me von Macron und Le Pen konn­ten unter­schied­li­cher nicht sein: auf der einen Sei­te der poli­ti­sche Neu­ling, Wirt­schafts­mi­nis­ter von Hol­lan­de und ehe­ma­li­ger Ban­kier, der für einen wirt­schaft­li­chen, gesell­schaft­li­chen und euro­päi­schen Libe­ra­lis­mus warb, auf der ande­re Sei­te die „Kan­di­da­tin des Vol­kes“, Toch­ter eines ver­ur­teil­ten Anti­se­mi­ten und Ras­sis­ten, die sich für ein anti­ka­pi­ta­lis­tisch-pro­tek­tio­nis­ti­sches und euro­pa­feind­li­ches Pro­jekt stark mach­te. Die andau­ern­de Wirt­schafts­kri­se, die hohe Arbeits­lo­sig­keit, die all­ge­mei­ne Poli­tik­ver­dros­sen­heit sowie die seit 2015 von Isla­mis­ten ver­üb­ten Atten­ta­te waren kon­text­ge­ge­be­ne Vor­aus­set­zun­gen, die die Extre­mis­ten beför­der­ten. Auch die Unschlüs­sig­keit von Sei­ten der im ers­ten Wahl­gang besieg­ten Kan­di­da­ten spiel­te ihnen in die Hän­de. Anders als 2002, als der kon­ser­va­ti­ve Jac­ques Chi­rac in der Stich­wahl gegen den Rechts­extre­mis­ten Jean-Marie Le Pen hat­te antre­ten müs­sen, hat es 2017 frank­reich­weit kei­ne Wel­le der Ent­rüs­tung gege­ben. Die Kon­ser­va­ti­ven rie­fen zwar umge­hend zur Wahl für den Libe­ra­len Macron auf, die „repu­bli­ka­ni­sche Front“ aber, die zuvor den Zusam­men­schluss aller Demokrat_innen jed­we­der Cou­leur gegen die extre­me Rech­te beschwor, war kei­ne Selbst­ver­ständ­lich­keit mehr. Mélen­chon wei­ger­te sich etwa eine Wahl­emp­feh­lung für Macron als ver­meint­li­chen Ver­tre­ter des Finanz­ka­pi­tals zu geben, vie­le sei­ner „Unbeug­sa­men“ for­der­ten die Franzosen_Französinnen zur Ent­hal­tung auf. Der Sou­ve­rä­nist und Gaul­list Nico­las Dupont-Aignan, der beim ers­ten Wahl­durch­gang 4,7 % der Wahl­stim­men erhal­ten hat­te, schloss sich wider Erwar­ten Mari­ne Le Pen an, die ihm im Fal­le ihres Sie­ges den Pos­ten des Pre­mier Minis­ters ver­sprach. Das all­mäh­li­che Brö­ckeln der repu­bli­ka­ni­schen Front beschei­nig­te die gelun­ge­ne Nor­ma­li­sie­rung, die soge­nann­te „Ent­dä­mo­ni­sie­rung“ (dédia­bo­li­sa­ti­on) des FN. Von media­ler und poli­ti­scher Aus­gren­zung ist seit lan­gem kei­ne Rede mehr, die extre­me Rech­te gehört zum poli­ti­schen All­tag dazu, sie ist hof­fä­hig geworden.

Zum Ver­häng­nis wur­den Mari­ne Le Pen aller­dings meh­re­re Fehl­trit­te in die­sen ent­schei­den­den Wochen vor der Stich­wahl: ihre revi­sio­nis­ti­sche Äuße­rung über die Unschuld des fran­zö­si­schen Staa­tes in der Depor­ta­ti­on von 13.000 Pari­ser Juden und Jüdin­nen vom Win­ter­ve­lo­drom in die Ver­nich­tungs­la­ger Ost­eu­ro­pas im Jah­re 1942 stieß auf hef­ti­ge Kri­tik und mach­te ihre seit Jah­ren unter­nom­me­nen Annä­he­rungs­ver­su­che an die jüdi­sche Gemein­de zunich­te; außer­dem ver­schreck­te sie vie­le Beam­te und Ange­stell­te des öffent­li­chen Diens­tes, indem sie unver­hoh­len „Säu­be­rungs­maß­nah­men“ gegen „unpa­trio­ti­sche“ Mitarbeiter_innen ankün­dig­te. Fer­ner bezeug­te sie in ihrer 1. Mai-Rede durch die scham­lo­se Aneig­nung lan­ger Text­pas­sa­gen aus einer Wahl­kampf­re­de von Fran­çois Fil­lon ihren gren­zen­lo­sen Dilet­tan­tis­mus. Beson­ders nega­tiv hat sich aber ihr Auf­tre­ten beim TV-Duell am 3. Mai 2017 gegen Emma­nu­el Macron aus­ge­wirkt. An dem Abend fiel sie vor allem durch ihre aggres­si­ve Hal­tung, die Unbe­stimmt­heit ihrer Posi­tio­nen in wesent­li­chen Wirt­schafts- und Regie­rungs­fra­gen, durch Lügen und Unter­stel­lun­gen auf, wodurch wahr­schein­lich nicht weni­ge Wähler_innen ver­prellt wurden.

Das ambi­va­len­te Ergeb­nis der Stich­wahl: Frust statt Euphorie
Mit 34,9 % aller gül­ti­gen Stim­men erreich­te der Front Natio­nal das bes­te Ergeb­nis sei­ner Geschich­te. Die extre­me Rech­te konn­te zwi­schen den Prä­si­dent­schafts­wah­len 2002 und 2017 ihre Stim­men regel­recht ver­dop­peln: Jean-Marie Le Pen hat­te sei­ner Zeit 5,5 Mil­lio­nen Wähler_innen über­zeugt, fünf­zehn Jah­re spä­ter waren es bei sei­ner Toch­ter 10,6 Mil­lio­nen. Mehr Män­ner als Frau­en, dar­un­ter beson­ders vie­le jun­ge Franzosen_Französ_innen und Erstwähler_innen, Arbeiter_innen, Arbeits­lo­se und Men­schen in pre­kä­ren Lebens­ver­hält­nis­sen oder mit nied­ri­gen Bil­dungs­ab­schlüs­sen gaben dies­mal dem FN ihre Stim­me. Sei­ne Hoch­bur­gen befin­den sich wei­ter­hin im Süd-Osten (Pro­vence-Alpes-Côte d’Azur), im Nor­den (Hauts-de-France) und im Osten (Elsaß-Loth­rin­gen), dort konn­te Mari­ne Le Pen ihre Macht­po­si­ti­on noch aus­bau­en. Die­ses ein­schnei­den­de Ergeb­nis schafft gute Vor­aus­set­zun­gen für ihre Par­tei, die sich anschickt bei den Par­la­ments­wah­len im Juni 2017 mit einer min­des­tens fünf­zehn Mann star­ken Frak­ti­on die Assem­blée Natio­na­le zu erobern und sich als ers­te Oppo­si­ti­ons­par­tei zu profilieren.

Den­noch ist die Stim­mung in den Rän­gen des FN ver­hal­ten. Für vie­le Anhänger_innen fiel das End­ergeb­nis ernüch­ternd aus: Ursprüng­lich sahen sie Mari­ne Le Pen bei weit über 40 %, ihr Wahl­kampf und ihre zuta­ge beför­der­te Unbe­hol­fen­heit, ihre Inkom­pe­tenz haben ent­täuscht. Vie­le befürch­ten, dass die Glas­de­cke nun erreicht ist und, dass man mit die­ser Kan­di­da­tin und die­sem Pro­gramm nicht dar­über hin­aus­kann. Am Abend ihrer Nie­der­la­ge hat Mari­ne Le Pen eine tief­grei­fen­de Umge­stal­tung ihrer Par­tei ange­kün­digt, die auf eine Namens­än­de­rung hin­aus­lau­fen könn­te. Dadurch wäre der Bruch mit ihrem Vater, dem Begrün­der des Front Natio­nal, end­gül­tig. Unter­des­sen schwillt die Kri­se in der Par­tei wei­ter an: die Nich­te der Vor­sit­zen­den, Mari­on Maré­chal-Le Pen hat vor kur­zem die Nie­der­le­gung all ihrer Man­da­te und Funk­tio­nen und ihren Rück­zug aus der Poli­tik bekannt­ge­ge­ben, mit der Begrün­dung sich als Mut­ter mehr um ihr Kind küm­mern zu wol­len und in der Pri­vat­wirt­schaft Erfah­run­gen zu sam­meln. Die­ses tem­po­rä­re Aus­schei­den, das wahr­schein­lich auch ihrem schlech­ten Ver­hält­nis zu Mari­ne Le Pen geschul­det ist, könn­te ihr ermög­li­chen, in fünf bis zehn Jah­ren ihre Tan­te an der Par­tei­spit­ze zu erset­zen. Die­se Ent­schei­dung hat vie­le „Marionist_innen“ und Anhänger_innen vom rech­ten Flü­gel des FN ver­un­si­chert. Ver­mehrt wen­den sich Stim­men gegen den sozi­al-sou­ve­rä­nis­ti­schen Kurs, den Mari­ne Le Pen und ihr Vize-Prä­si­dent Flo­ri­an Phil­ip­pot seit 2011 vor­ge­ben. Vor allem den „Frexit“ und den Aus­stieg aus dem Euro, den die Mehr­heit der Franzosen_Französinnen ablehnt, erach­ten immer mehr Par­tei­ka­der als poli­tisch untrag­bar. Der Kon­gress, der vor­aus­sicht­lich Anfang 2018 statt­fin­den soll, wird über die Zukunft der Par­tei ent­schei­den. Mari­ne Le Pen, die sich zuwei­len auch vor Gericht wegen Betrug und Ver­un­treu­ung von Gel­dern der Euro­päi­schen Uni­on ver­ant­wor­ten muss, wird für ihre Wie­der­wahl para­do­xer­wei­se wahr­schein­lich mehr als je zuvor kämp­fen müssen. 

Sophia Gas­sert pro­mo­viert in deut­scher Geschlech­ter­ge­schich­te und unter­rich­tet an einer Uni­ver­si­tät in Frankreich.

Unabhängige Recherche ermöglichen...

Jetzt unterstützen »
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • teilen 
  • E-Mail 
Keine Beiträge mehr verpassen: Email-Benachrichtigung aktivieren
abgelegt unter: Analysen
Schlagwörter: Anti-EU | Antisemitismus | Extremismus der Mitte | Neonazismus/Neofaschismus | Weite Welt

Beitragsnavigation

« Rechtsextreme Allianzen: Putins Freunde
Beharrliche Bilder — Bildsprache und Neonazismus-/Rechtsextremismusprävention »

» Zur erweiterten Suche

Unabhängige Recherche unterstützen...

Spenden »

Wissen

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung

Handeln

  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?

Hilfreich

  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen
  • Wochenrückblicke
    Beiträge
  • Gastbeiträge
    Beiträge
  • Materialien
    Beiträge
  • Rezensionen
    Beiträge
Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Kontakt

Vorfälle und Hinweise bitte über unser sicheres Kontaktformular oder per Mail an:
[email protected]

Wir garantieren selbstverständlich den Schutz unserer Informant*innen, der für uns immer oberste Priorität hat.

Spendenkonto

Um unsere Arbeit fortführen zu können, sind wir auf Ihre Spenden angewiesen – danke für Ihre Unterstützung!

Spenden

Socials

social media logo x social media logo facebook social media logo bluesky

Links

  • Rechtsextremismus
  • Ist die FPÖ rechtsextrem?
  • Rechtsextreme Medien in Österreich
  • Faschismus
  • Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
  • Antisemitismus
  • Rassismus
  • Wiederbetätigung und Verbotsgesetz
  • NS-Symbole und Abzeichengesetz
  • Verhetzung
  • Aktiv werden und handeln
  • Was kann wie wo gemeldet werden?
  • Gegen Sticker & Geschmiere
  • How to “Prozessreport”?
  • Postings gerichtstauglich sichern
  • Wie verfasse ich eine Sachverhaltsdarstellung?
  • Newsletter
  • Open Data Archiv
  • Archiv aller Beiträge
  • Schlagwörter-Wolke
  • RSS-Feeds
  • Über uns
  • Beirat und Unterstützer:innen
  • Datenschutz
  • Impressum
Spenden
Newsletter