„Nachrichten von Gestern?“ — Expert_innengespräch über das Verbotsgesetz und der ausbleibenden Berichterstattung über damit verbundene Prozesse

„Nachricht­en von Gestern?“
Ein­ladung zum Expert_innengespräch über das Ver­bots­ge­setz und der aus­bleiben­den Berichter­stat­tung über damit ver­bun­dene Prozesse.

Das Ver­bots­ge­setz hat sich seit sein­er Reform 1992 als wirk­sames Mit­tel erwiesen, um gegen die „Leug­nung, Ver­harm­lo­sung, Gutheißung und Recht­fer­ti­gung des nation­al­sozial­is­tis­chen Völk­er­mordes oder ander­er nation­al­sozial­is­tis­ch­er Ver­brechen gegen die Men­schlichkeit“ auf strafrechtlichem Wege vorzuge­hen. Obgle­ich die Zahl von Ver­bots­ge­set­zverge­hen in Öster­re­ich stetig steigt, ist seit ger­aumer Zeit ein sink­endes öffentlich­es Inter­esse an den damit ver­bun­de­nen Prozessen zu verze­ich­nen. Während jede auch noch so kleine Aktion der „Iden­titären“ von öster­re­ichis­chen Tageszeitun­gen (meist unkri­tisch) doku­men­tiert wird, berichtet abseits von www.stopptdierechten.at kaum ein Medi­um über die zahlre­ichen Prozesse, die an öster­re­ichis­chen Gericht­en wegen Wieder­betä­ti­gung und Holo­caustleug­nung (u.a. im Inter­net) stattfinden.

Gemein­sam mit der ehe­ma­li­gen Lei­t­erin des Doku­men­ta­tion­sarchivs des öster­re­ichis­chen Wider­stands, Brigitte Bail­er, der Jour­nal­istin Maria Sterkl, der Juristin Ange­li­ka Aden­samer sowie dem Grü­nen Nation­al­ratsab­ge­ord­neten Karl Öllinger wollen wir über die Aktu­al­ität und Reformbedürftigkeit des Ver­bots­ge­set­zes disku­tieren, Gründe für das geringe öffentliche Inter­esse erörtern sowie Hand­lungsstrate­gien und poli­tis­che Forderun­gen entwick­eln. Eine Ver­anstal­tung von „Stoppt die Recht­en” in Koop­er­a­tion mit dem Doku­men­ta­tion­sarchiv des öster­re­ichis­chen Widerstands.

Im Zuge des Expert_innengesprächs wird außer­dem der Relaunch von www.stopptdierechten.at präsentiert.

Wann: 23. Mai 2017, 19 Uhr
Wo: Altes Rathaus, Wipplingerstr.6–8, A‑1010 Wien (in den Ausstellungsräumlichkeiten)

Die Räum­lichkeit­en sind über einen Seit­enein­gang bar­ri­ere­frei zugänglich, eine entsprechende Toi­lette ist lei­der nicht vorhanden.