Salzburg: Mildes Urteil für Wiederbetätigung

Am Mittwoch, 22. März, musste sich ein 24-jähriger Salzburg­er wegen des Ver­dachts der NS-Wieder­betä­ti­gung vor dem Salzburg­er Lan­des­gericht ver­ant­worten, weil er im Zeitraum zwis­chen Juli und August auf Face­book sehr ein­schlägige Kom­mentare von sich gegeben hat. Vor allem wegen der eingeschränk­ten Zurech­nungs­fähigkeit des Angeklagten zum Tatzeit­punkt kam es zu einem milden Urteil.

Die Post­ings des Stu­den­ten waren ein­deutig: „Vergast das Gsindl“, „Adi soll säu­bern“ und „ich fordere, dass Mau­thausen wieder eingeschal­ten wird”. Aber der Vertei­di­ger machte gel­tend, dass der Angeklagte damals wegen ein­er post­trau­ma­tis­chen Belas­tungsstörung in ein­er psy­chi­a­trischen Ein­rich­tung betreut wor­den sei. „Es wurde eine inten­sive Ther­a­pie durchge­führt. Er war immer wieder in ein­er Aus­nahme­si­t­u­a­tion”, zitiert die APA den Verteidiger.

Verhandlung vor dem Landesgericht Salzburg - Bildquelle: Wikipedia/Andreas Praefcke, frei unter CC 3.0.

Ver­hand­lung vor dem Lan­des­gericht Salzburg — Bildquelle: Wikipedia/Andreas Prae­fcke, frei unter CC 3.0.

Der Stu­dent aus dem Pinz­gau zeigte sich zudem „geständig“. Deshalb, wegen sein­er Unbescholtenheit und wegen der eingeschränk­ten Zurech­nungs­fähigkeit ver­hängte das Geschwore­nen­gericht eine außeror­dentlich milde Strafe: drei Monate bed­ingt. Das Urteil ist noch nicht recht­skräftig, weil sich die Staat­san­waltschaft noch nicht erk­lärt hat (Quellen: Kuri­er, Kro­ne Sbg. 23.3.17, APA 22.3.17).