St. Pölten/Zeiselmauer: Freispruch für Kofi

Der Prozess gegen Kofi B., der Anfang Mai 2016 mit seinem vier­jähri­gen Sohn in Zeisel­mauer zum Bahn­hof spazierte und dabei von einem PKW-Fahrer ras­sis­tisch beschimpft wurde, endete am Don­ner­stag mit einem Freis­pruch für Kofi B.. Das ist nicht zulet­zt ein Erfolg der Sol­i­dar­itäts­gruppe für Kofi, die sich spon­tan auf Face­book gebildet und Recherchen über das ange­bliche Opfer von Kofi, Ger­hard V., aufgenom­men hat.

Verhandlung vor dem Landesgericht St.Pölten - Bildquelle: Erich Schlagitweit

Ver­hand­lung vor dem Lan­des­gericht St.Pölten — Bildquelle: Erich Schlagitweit

Die Recherche der Gruppe ergab, dass Ger­hard V. nicht zum ersten Mal andere Men­schen falsch beschuldigte bzw. attack­ierte und dann mit Anzeigen zu trak­tieren ver­suchte, unter ihnen auch der frühere Vize­bürg­er­meis­ter von Zeisel­mauer. Das alles kam am zweit­en Ver­hand­lungstag zur Sprache und führte let­z­tendlich zum Freis­pruch für Kofi B..
Jet­zt sam­melt die Sol­i­dar­itäts­gruppe Geld, um die Anwalt­skosten für Kofi finanzieren zu kön­nen. Am 11.Februar find­et im „Bach“ in der Bach­gasse 21, 1160 Wien außer­dem ein Sol­i­dar­ität­skonz­ert statt, dessen Ein­nah­men eben­falls für Kofis Anwalt­skosten ver­wen­det wer­den. Wer nicht zum Konz­ert kom­men kann, kann auch auf dieses Kon­to für Kofi spenden:

AT39 4715 0358 5407 0006 | Lena Schlag­itweit | Ver­wen­dungszweck: „Kofisoli”

Solidarität für Kofi

Im fol­gen­den auszugsweise ein Bericht vom Prozess. Wir bedanken uns beim Autor, Erich Schlag­itweit, für die Freigabe!

Arschk­napp am Fehlurteil vorbei
Die 1,5 Stun­den waren heute eine emo­tionale Belas­tung­sprobe und ich möchte mich zunächst daher in der Infor­ma­tion auf die Rechts­geschichte beschränken und meine per­sön­lichen Anmerkun­gen vielle­icht noch später ein­brin­gen. Die Sit­u­a­tion war ein­fach die, dass sowohl Staat­san­waltschaft wie auch der Richter die Geschichte mit dem „herum­sprin­gen­den Schwarzen” der seine Aggres­sio­nen abbauen muss, ganz gut angenom­men haben. Zudem gab es ja keine Zeu­gen und in der Sit­u­a­tion­ss­childerung beim Ein­tr­e­f­fen der Polizei zwei kleine Abwe­ichun­gen von den Erin­nun­gen der Polizis­ten mit denen Kofis. Ja und der Richter hätte wohl in der let­zten Ver­hand­lung schon das Urteil gesprochen, wenn nicht aus irgen­deinem Grunde die 2. Polizistin, die bei der Funkstreife dabei war, zu laden überse­hen wor­den wäre. So musste eine weit­ere Ver­hand­lung ange­set­zt wer­den und das gab Zeit für unsere Ermit­tlun­gen. Vorher hat­ten wir ja diese Ern­sthaftigkeit gar nicht in Betra­cht gezogen.

Und entschei­dend in diesen Ermit­tlun­gen war ein Vor­fall mit genau dem­sel­ben Hand­lungsstrang, den der Ver­leumder mit seinem Nach­barn hat­te, der noch dazu Exbürg­er­meis­ter der Gemeinde ist. Statt „I bring die um du Hund” hieß es hier halt „I daschi­ass di du Sau”, Kranken­haus, Atteste, alles nach dem sel­ben Schema. Natür­lich wurde dieser Fall nicht strafver­fol­gt, aber es reichte doch um den Richter an der Glaub­würdigkeit zweifeln zu lassen und zulet­zt die Geschichte von Kofi als die glaub­würdi­gere zu sehen.

Dies hat let­zendlich den müh­samen Weg ein­er Beru­fung erspart und wie weit die Beurteilung in so ein­er Sache beim Hal­b­gott in der schwarzen Robe liegt, wo ja ein Beru­fungsakt wieder lan­det, wurde mir auch erst im Laufe der Geschichte klar.
Ist es nun vorbei?
Also es wird mal gefeiert und nach dem Feiern der Anwalt abgerechnet…

Kofi mit Frau und deren Vater bzw. Anwalt Dr. Riß nach dem Prozess - Bildquelle: Erich Schlagitweit

Kofi mit Frau und deren Vater bzw. Anwalt Dr. Riß nach dem Prozess — Bildquelle: Erich Schlagitweit