Gedenkveranstaltung Deserteursdenkmal: „… dass man auf diese Weise eben Sand in die Nazi-Maschinerie streuen konnte.“

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Das Per­so­nen­ko­mi­tee „Gerech­tig­keit für die Opfer der NS-Mili­tär­jus­tiz“ lädt ein zur Gedenkveranstaltung

„… dass man auf diese Weise eben Sand in die Nazi-Maschinerie streuen konnte.“

Am 1. Sep­tem­ber 1939 über­fiel das Deut­sche Reich Polen und begann damit den Zwei­ten Welt­krieg. Wäh­rend der nächs­ten knapp sechs Jah­re kämpf­ten öster­rei­chi­sche Sol­da­ten Sei­te an Sei­te mit ihren „reichs­deut­schen“ Kame­ra­den. In den Jahr­zehn­ten nach dem Krieg und zum Teil bis hin­ein in die Gegen­wart wur­de und wird dies als „Ver­tei­di­gung der Hei­mat“ gedeu­tet, die gehor­sa­men Vete­ra­nen als (miss­brauch­te) Helden.

Für die unge­hor­sa­men Sol­da­ten, die Deser­teu­re, „Wehr­kraft­zer­set­zer“ oder „Kriegs­ver­rä­ter“ bedeu­te­te dies umge­kehrt die Dif­fa­mie­rung als Feig­lin­ge und Ver­rä­ter. Die Zwei­te Repu­blik beschloss erst spät, in den 2000er Jah­ren, die­je­ni­gen zu reha­bi­li­tie­ren, die den natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Krieg nicht wei­ter kämp­fen woll­ten. Die Geset­ze von 2005 und 2009 waren zen­tra­le Grund­la­gen für das 2010 bis 2014 unter maß­geb­li­cher Mit­wir­kung des Per­so­nen­ko­mi­tees »Gerech­tig­keit für die Opfer der NS-Mili­tär­jus­tiz« von der rot-grü­nen Wie­ner Stadt­re­gie­rung errich­te­te Deser­teurs­denk­mal am Ballhausplatz.

Das Per­so­nen­ko­mi­tee lädt daher anläss­lich der 77. Wie­der­kehr des Über­falls der Wehr­macht auf Polen und des Anti­kriegs­ta­ges am 1. Sep­tem­ber herz­lich ein zur 2. Gedenk­ver­an­stal­tung am Ball­haus­platz. Wir tref­fen uns zum Geden­ken an die unge­hor­sa­men Sol­da­ten der Wehr­macht, an ver­folg­te Kriegs­ge­fan­ge­ne und Zivi­lis­tIn­nen aus ganz Euro­pa, die von Wehr­macht und SS ermor­det wurden.

Zeit: 3. Sep­tem­ber 2016, 10 Uhr 30 Uhr
Ort: Ball­haus­platz, Wien

[Aus­führ­li­ches Pro­gramm folgt] 

Es wird ange­regt, dass alle Besu­che­rIn­nen der Fei­er, die ein ent­spre­chen­des Zei­chen set­zen wol­len, eine Schnitt­blu­me ihrer Wahl selbst mit­brin­gen – auf einen Kranz wird verzichtet.

http://deserteursdenkmal.at/