Straches Fundstück: Erstunken und erlogen!

Seit Wochen kur­sieren Post­ings , wonach Flüchtlinge Super­märk­te plün­dern, aber Medi­en darüber nicht bericht­en dürften. Bish­er betrafen diese Het­zbotschaften Deutsch­land – die bekan­nteste davon einen Ede­ka-Markt in Fried­berg (Bay­ern). Der Geschäfts­führer demen­tierte heftig und aus­führlich. Eine Vari­ante der Het­zbotschaft ist jet­zt auch in Öster­re­ich aufge­taucht. Dank Stra­che ist sie zig­tausend­fach ver­bre­it­et wor­den – obwohl sie erstunken und erlogen ist.

Stra­che weiß schon, was er tut: „Fund­stück! Ein Bürg­er berichtet im Netz!“. – Keine Erläuterung, keine offene Bew­er­tung, son­dern Pon­tius Pila­tus-Hal­tung: „Ich wasche meine Hände in Unschuld“. Im Kom­men­tar des „Bürg­ers“ wird erzählt, wie’s ange­blich auss­chaut „in unserem schö­nen Döbling“, aber in den Medi­en nicht berichtet wird.

Flüchtlinge gibt’s in Döbling, erzählt der „Bürg­er“, der zunächst unver­fänglich fes­thält: “An sich ja nichts außergewöhn­lich­es“. Aber dann:

„Nun dacht­en sich einige sie kön­nten den Hofer stür­men und gratis einkaufen. Dies gelang nicht Hofer sper­rte bein­hart zu. Schlau. Nun der Bil­la auf der Heili­gen­städter­straße schaffte dies nicht. Er wurde über­ran­nt. WEGA Ein­satz. Lieber Herr Häu­pl. Warum sind die Presse angewiesen nichts über solche Vor­fälle zu brin­gen….“ (die Ortografie geht nicht auf unser Konto).

Bei Stra­che geht die Post ab. Viele wollen Ähn­lich­es gehört haben. Es wird berichtet von Plün­derun­gen in Tirol, in Krumpen­dorf (Kärn­ten), in Wolkersdorf(NÖ) beim Hofer, in Wiener Neustadt (NÖ) bei Hofer und Pen­ny, in Kittsee (Bur­gen­land) beim Bil­la und schließlich in Graz, wo bei kleinen Geschäften ange­blich die großen Plün­derun­gen stattfanden.




Liest man sich Post­ings bei Stra­che aufmerk­sam durch, dann befind­et sich Öster­re­ich mit­ten in einem Aus­nah­mezu­s­tand, über den die Medi­en nicht bericht­en dür­fen. Warum nicht? Weil sie angewiesen wor­den sind? Vom Wiener Bürgermeister?

Bei Stra­che dür­fen seine Fans ihre Plün­derungsphan­tasien ausleben. Stra­che ver­langt keine Belege , wider­spricht auch nicht, sagt selb­st dann nichts, als die Fir­ma Hofer dementiert.

Als dann andere Poster auch noch das Demen­ti von Bil­la ein­stellen, erk­lärt ein spezieller Stra­che-Fan, Andreas Giezinger, Funk­tionär der FPÖ in Zell am See, was Sache ist: volles Ver­trauen in HC Stra­che, auch wenn der eigentlich gar nichts zu dem „Fund­stück“ gesagt hat:

„Egal ob er ungeprüft postet oder nicht, ist mir ehrlich gesagt egal! Ich glaube HC viel mehr als so einenm mächti­gen Konz­ern wie REWE!“.

Gle­ich­es postet er dann auch zur Stel­lung­nahme von Hofer:

“Auch diese Stel­lung­nah­men sind mir egal! Denn die Wahrheit wird uns allen ver­schwiegen!!“.

Weil das so ist, spielt es auch keine Rolle, wenn die Grun­derzäh­lung „Flüchtlinge plün­dern Geschäfte“ in ihr Gegen­teil verkehrt wird. Einige wollen näm­lich auch gese­hen haben, wie die Flüchtlinge in den Super­märk­ten „nur das teuer­ste“ kaufen: „Gänse­le­ber­pastete, wild­lachs etc“. Wer das bezahlt, ist auch klar: die Car­i­tas natür­lich! Die Car­i­tas, so die blauen Fans, zahlt den Flüchtlin­gen alles, den Öster­re­ich­ern nichts.

Stra­ches Pin­nwand ist die Klage­mauer, wo man das alles erzählen, wehk­la­gen darf. Jede Het­ze, jede Lüge kann hier unwider­sprochen deponiert wer­den. Lügt und het­zt man beson­ders kräftig, darf man sog­ar auf Unter­stützung in Form von vie­len Likes hof­fen. So formt sich ein blaues Bild von der Welt, das mit der Wirk­lichkeit nur mehr wenig gemein hat: eine gefühlte Realität.

Daran wird nichts ändern, dass auch die Polizei demen­tiert. Wir haben mit der Presseabteilung der Wiener Polizei­di­rek­tion am 29.9. tele­foniert und dabei die fol­gende Auskun­ft erhal­ten: es gab in den let­zten zwei Monat­en keinen einzi­gen Polizeiein­satz beim Bil­la in der Heiligenstädterstraße.