Neues zum Innsbrucker Burschi-Treffen

Die Auseinan­der­set­zung um das Ver­band­str­e­f­fen der recht­sex­tremen Deutschen Burschen­schaft (DB) in Inns­bruck geht weit­er. Die stel­lvertre­tende Lan­deshaupt­frau Ingrid Felipe (Grüne) will nun – so wie die Inns­bruck­er Bürg­er­meis­terin — die Lan­desregierung dazu brin­gen, eine Ver­tragsauflö­sung durch die Messe Inns­bruck, die der DB die Räum­lichkeit­en zur Ver­fü­gung stellt, zu erreichen.

Auch nach der Prü­fung durch das Ver­anstal­tungsrefer­at der Stadt Inns­bruck, wonach es sich bei dem Tre­f­fen der DB um eine „Nichtver­anstal­tung“ han­dle, die deshalb auch nicht nach den Bes­tim­mungen des Ver­anstal­tungsrechts unter­sagt wer­den könne, wollen die Geg­n­er des recht­sex­tremen Tre­f­fens der DB nicht aufgeben.

Ein bre­ites Bünd­nis mobil­isiert für eine Demon­stra­tion gegen die ewiggestri­gen Schmiss­gesichter und ein Teil der Tax­i­fahrerIn­nen Inns­brucks will den Schla­gen­den die Mit­fahrt im Taxi unter dem Mot­to: “Faschis­ten und Ras­sis­ten haben auf meinem Rück­sitz nichts ver­loren“ verweigern.

Die Inns­bruck­er Bürg­er­meis­terin Oppitz-Plör­er forderte die Messe-Ver­ant­wortlichen bzw. Gesellschafter auf, den Ver­trag mit der DB für die Messe­halle aufzukündi­gen und dafür auch eine Pönale in Kauf zu nehmen. Unter­stützung erhält sie dabei von der Lan­deshaupt­mann-Stel­lvertreterin Ingrid Felipe: “Für solche Grup­pen darf kein öffentlich­er Raum mehr zur Ver­fü­gung gestellt wer­den“ (Kuri­er, 25.11.2013).

Deut­liche Unter­stützung kommt auch von der „Tirol­er Tageszeitung“, die ihren heuti­gen Leitar­tikel mit „Die Poli­tik soll ruhig mutig sein“ titelt und klar Posi­tion bezieht:

„Will man die deutschna­tionalen Burschen­schaften in einem öffentlichen Raum wie der Inns­bruck­er Messe­halle haben oder nicht? Die Antwort ist ein­fach: nein! Denn sie haben es bish­er ver­ab­säumt, klare Trennlin­ien zur Ver­gan­gen­heit und zu extrem recht­en Posi­tio­nen zu ziehen. Vielmehr sind das Liebäugeln mit Ver­harm­lo­sun­gen des Drit­ten Reichs und die bewusste Pro­voka­tion damit Teil ihres ewiggestri­gen Burschen­schafter­ritu­als“.

Dem kon­ser­v­a­tiv­en Präsi­den­ten der Tirol­er Wirtschaft­skam­mer Jür­gen Bodenseer (ÖVP), der sich gegen eine Ver­tragsauflö­sung aus­ge­sprochen hat­te, wird vom Inns­bruck­er Touris­mus-Ver­band wider­sprochen, der eine Ver­tragsauflö­sung unterstützt.

Eine Entschei­dung soll in der Sitzung der Tirol­er Lan­desregierung am Dien­stag fall­en. Die zuständi­ge Wirtschaft­s­lan­desrätin Patrizia Zoller-Frischauf (ÖVP) zeigt sich in ein­er ersten Reak­tion skep­tisch, will sich aber einem Kom­pro­miss nicht ver­schließen. Für sie gilt es abzuwä­gen, ob der Gewinn aus den Mietein­nah­men den Aufwand für den Polizei-Ein­satz bei der Großde­mo rechtfertige…..

Ein Beitrag von „Zeiton­line“, der sich eben­falls mit dem Burschen­schafter-Tre­f­fen in Inns­bruck beschäftigt, hat den Zorn der Burschis von der Teu­to­nia Wien erregt: die „Zeit“ wird als „Schmierblatt“ beze­ich­net. Darum hier weit­er­lesen auf „Zeiton­line“.