St. Pölten (NÖ): Mehr als Rassismus in der Disco

Das Geburtstagskind durfte in die Disco, aber drei Begleitern wurde der Einlass in die Disco „La Boom“ verwehrt. Weil sie dunkelhäutig waren, sagt eine Zeugin, die jetzt mit ZARA an einer Anzeige arbeitet. Der Lokalbetreiber dementiert, aber ein ehemaliger Türsteher bestätigt die Vorwürfe.

Der Vorfall hat sich in der Vorwoche ereignet. Als die Zeugin Clara P. beim Türsteher für den Einlass der Begleiter interveniert, droht der, auch sie hinauszuschmeißen, wenn sie noch ein Wort sage. Der Chef der Disco, Christian Brandstetter, hat eine ganz andere Sicht: „Es war zu diesem Zeitpunkt noch ‚Lady Like‘, da dürfen nur Frauen in die Disco“, erzählte er den NÖN (6.5.2013).

Aber auch nicht alle Frauen! Die Gratiszeitung „heute“ (6.5.2013) berichtet nämlich, dass ein ehemaliger Türsteher des „La Boom“ die Vorwürfe nicht nur bestätigt, sondern auch erweitert hat:

„Burschen ausländischer Herkunft haben keine Chance, für sie bleibt die Tür zu. Nur ausgesuchte Sportler und Politiker mit Migrationshintergrund dürfen rein“ (heute, 6.5.2013). Auch Frauen aus China oder den Philippinnen würden nicht eingelassen.

Besonders heftig aber: “Auch lesbischen Gästen wird der Eintritt verwehrt. Da bekam ich Extra-Anweisungen vom Manager über die Ohrstöpsel“ (heute).

Und der feine Herr Brandstetter, der den „NÖN“ noch erklärte, dass er sich nicht als Rassist abstempeln lassen will, bestätigt das auch noch: “Bei mir geht’s nicht rassistisch zu, man muss sich nur benehmen. Und das mit den Lesben stimmt, weil die sind immer aggressiv und äußerst gewaltbereit“ (heute, 6.5.13).