FPÖ NÖ: Anhaltende Turbulenzen

Auch nach dem Rücktritt des kompletten Bezirksvorstandes der FPÖ Gmünd reißen die Turbulenzen in dem nunmehr führungslosen FPÖ-Bezirk nicht ab. Noch vor dem Sommer soll ein neuer Vorstand gewählt werden – bis dahin gibt es eine provisorische Leitung. Neuen Wirbel gibt es bei der FPÖ im Bezirk Lilienfeld. Wegen Differenzen mit dem Bezirksobmann legten dort zwei Funktionäre ihre Mandate in der Bezirksleitung und im Gemeindevertreterverband der FPÖ zurück.

Wie häufig bei Konflikten innerhalb der FPÖ werden keine politischen Differenzen sichtbar. Als Grund für die Rücktritte im Bezirk Lilienfeld werden „unüberwindliche Meinungsunterschiede mit dem Bezirksobmann der FPÖ Lilienfeld, Christian Hafenecker“ (NÖN, 18.2.13) angeführt. Es gebe „Kommunikationsprobleme“ mit dem Bezirksobmann, der „im Bezirk zu wenig präsent“ sei (NÖN). Nun ja, zwischen Kommunikationsproblemen und unüberwindlichen Meinungsunterschieden ist ein gewisser Unterschied. Aber die beiden versichern auch, dass es keinen Bruch mit der FPÖ, sondern nur mit der Bezirksparteileitung gebe.


FPÖ-NÖ: Mitten in den Turbulenzen

Der angesprochene Bezirksparteiobmann antwortete jedenfalls so, wie man das sonst nur aus dem Kabarett kennt:

„Im Bezirksvorstand nehmen wir die Sache zur Kenntnis, werden ihr auf den Grund gehen und in den Gremien diskutieren. Wir konzentrieren uns auf den Landtagwahlkampf, sind gut aufgestellt und blicken positiv in die Zukunft“ (NÖN).

Auf Grund gegangen ist die freiheitliche Sache jedenfalls im Bezirk Gmünd. Dort gibt es mittlerweile –laut NÖN- nur mehr in Gmünd zwei Freiheitliche im Gemeinderat, wobei der eine ohne Parteizugehörigkeit auf einem FPÖ-Mandat sitzt. Der Ex-Bezirkschef der FPÖ spricht von aufgelösten Gemeindegruppen in Litschau, Schrems, Weitra und Kirchberg. Und dann hat noch ein Kandidat auf der offiziellen FPÖ-Wahlliste des Bezirks für die Landtagswahlen seinen Rücktritt von der Kandidatur erklärt. Christoph Hofmann, auf den achten Platz gereiht, trat aus der Partei aus und wollte auch von der Liste gestrichen werden. Das geht aber nach Ablauf der Frist für Änderungen nicht mehr. Der FPÖ- Dissident legt gegenüber der Partei jedenfalls noch nach und erklärt, er wolle sich von der Landespartei „nicht mehr verarschen lassen. Die vernünftigeren Leute der FPÖ sind alle weg, ich sehe nichts Konstruktives mehr.“ (NÖN, 5.2.13) – Wer könnte ihm da widersprechen?

Siehe auch “Die Freiheitlichen, ihre Wandlungen und Spaltungen (Teil III)“ und Teil IV.