Die Freiheitlichen Frauen, Wein und ein Bewegungseminar

Ein Jahr gab es Stre­it, jet­zt haben sich die frei­heitlichen Frauen vor dem Bezirks­gericht wieder getrof­fen. Es ging ums Geld, genauer um die Ver­wen­dung der Mit­tel der  Ini­tia­tive Frei­heitlich­er Frauen (IFF) Graz. Schließlich sind es öffentliche Mit­tel, um die da gekämpft wurde. Vorhang auf!

Vor dem Bezirks­gericht Graz tre­f­fen Anfang Novem­ber zwei frei­heitliche Frauen als Kon­tra­hentin­nen aufeinan­der. Die eine ist die ger­ade zurück­ge­tretene Obfrau der IFF, die andere ist die Kassierin und Graz­er FPÖ-Gemein­derätin Ingrid Benedik, die schon im Okto­ber 2011 bei ein­er außeror­dentlichen Gen­er­alver­samm­lung der IFF gemein­sam mit zwei Vor­stand­skol­legin­nen von der IFF aus­geschlossen wurde. „Statuten­widrig“, meint Benedik, aber das ist wieder eine andere Geschichte.

Hin­ter­grund des Stre­its ist näm­lich, dass Benedik ein Vere­inss­par­buch nicht her­aus­rückt, auf dem knapp 12.000 Euro – Sub­ven­tion­s­gelder des Lan­des Steier­mark — liegen. Die IFF hat sie deshalb vor dem Bezirks­gericht Graz-Ost auf Her­aus­gabe des Spar­büch­leins geklagt. Der Anwalt der IFF, der die Klage ver­tritt, hat den­noch seine grund­sät­zlichen Zweifel: „Poli­tik und Jus­tiz ver­tra­gen sich nicht.“ (Kleine Zeitung, 8.11.2012) Ver­dacht auf Schmutzwäsche sozusagen.

Und da ist er auch schon, der Schmutz. Die Ex-Kassierin, die auch schon die FPÖ-Bun­desspitze und das Parteigericht unter­richtet hat, dass sie das Spar­buch ein­be­halte, wirft der mit­tler­weile Ex-Obfrau der IFF, Andrea Sickl, vor, sie habe aus der Vere­in­skasse ein Kampfrhetorik-Sem­i­nar für den FPÖ-Klub und Weine für Feste bei Stad­trat Mario Eustac­chio bezahlt. Zweck­widrig, denn die IFF habe damit nichts zu tun gehabt.

Und dann noch was. Die Ex-Obfrau urgierte während ihres USA-Aufen­thaltes eine Akon­to-Zahlung von 3.000 Euro, weil sie von Autokauf über Miete und Kau­tion große Aus­gaben gehabt habe, erzählt die Ex-Kassierin. Das Geld sei für den Ehe­mann der Ex-Obfrau, Hein­rich Sickl, bes­timmt gewe­sen, der für die IFF ein „Bewe­gungssem­i­nar“ hätte hal­ten sollen. Das Sem­i­nar sei nie beschlossen wor­den, die Rech­nung sei fin­giert, so die Ex-Kassierin.

Die Ex-Obfrau, pikan­ter­weise Beamtin beim Lan­desrech­nung­shof, ist ander­er Ansicht: „Natür­lich wollte der IFF-Vor­stand dieses Sem­i­nar. Als er es nicht mehr wollte, haben wir die Rech­nung zurück­ge­zo­gen. Die Optik ist nicht gut, aber es ist nie Geld geflossen.” (Kleine Zeitung, 8.12.2012)

Die Bezirk­srich­terin will sich – einge­denk der Worte des Anwalts – nicht näher mit der trüben Optik beschäfti­gen. Sie muss ja schließlich über die Klage ums Spar­buch entschei­den: „Der Eigen­tümer will sein Spar­buch und ich glaube, sie müssen es ihm geben.“ (Kleine Zeitung, 8.12.2012) Die Kassierin willigt ein, die Prozesskosten zu übernehmen, die neue Vere­insspitze will die Finanzen nun prüfen und die Ex-Kassierin dann ent­las­ten. Also Schwamm drüber? Was ist mit den Weinen für die Feste des Stad­trats und das Kampfrhetorik-Sem­i­nar des Klubs? Stad­trat Eustac­chio bestätigt, es habe sich um „Koop­er­a­tio­nen“ gehan­delt. Und die Ex-Obfrau ergänzt: „Die Rech­nun­gen sind auch von der Kassierin unterze­ich­net. Da wäre sie bei ihren Vor­wür­fen voll mit drinnen.”

Vorhang zu?