Germanische Wirtschaftsunion statt Schuldenunion?

Lesezeit: 2 Minuten

Die Stol­zund­frei-Nazis sind wie­der auf­ge­taucht und machen mobil für die Pro­test­kund­ge­bung, die die FPÖ am 27. Juni in Wien gegen die EU-„Schul­den­uni­on“ abhält. In der Aula, dem Organ der frei­heit­li­chen Aka­de­mi­ker hat man sich intel­lek­tu­ell bis in die letz­ten Gehirn­spit­zen auf­ge­rüs­tet und über Alter­na­ti­ven zur Euro­päi­schen Uni­on nach­ge­dacht. Die „Stolzundfrei“-Nazis haben da sicher ihre Freu­de damit.

Stol­zund­frei, der etwas mick­ri­ge Able­ger der Alpen-Donau-Nazis, ist seit eini­gen Tagen „nach eini­gen Wochen Welt­netz­abs­ti­nenz“ wie­der online und sin­niert über das „Sys­tem“ und „sein wah­res teuf­li­sches Wesen“. Ver­mut­lich haben die Stol­zund­frei-Kame­ra­den etwas zu lan­ge ins Sonn­wend­feu­er geschaut und dem Met zugesprochen.

Jetzt aber schrei­ten sie zur Tat und wol­len sich durch ihren Auf­ruf, an der FPÖ-Kund­ge­bung teil­zu­neh­men, mutig den EU-Dik­ta­to­ren ent­ge­gen­stem­men: „Obwohl es eine der Auf­ga­ben der FPÖ ist, die berech­tig­te Wut der Bür­ger zu kana­li­sie­ren und in unge­fähr­li­che­re Bah­nen zu len­ken, ist die­se Kund­ge­bung unbe­dingt zu unterstützen!“

Die Eli­te der Frei­heit­li­chen Aka­de­mi­ker, die sich um die Aula schart, hat schon vor Mona­ten scharf nach­ge­dacht und eine Alter­na­ti­ve zur Euro­päi­schen Uni­on, die im ein­schlä­gi­gen Sprach­ge­brauch ein­mal als „Schul­den­uni­on“, das ande­re Mal als „euro­päi­sche Sowjet­uni­on“ titu­liert wird, nach­ge­dacht. Bryn­hild Amann, eine Stamm­schrei­be­rin, fin­det: “Die Zeit ist reif für die Ger­ma­ni­sche Wirt­schafts­uni­on“. Der Geis­tes­blitz, der Bryn­hild Amann da getrof­fen hat, wird natür­lich auch in allen Details des zukünf­ti­gen Reichs aus­ge­schmückt. Also auf alle Fäl­le dabei sind in der „Ger­ma­ni­schen Wirt­schafts­uni­on“ Öster­reich, die Schweiz, die BRD und die skan­di­na­vi­schen Länder.


„Ger­ma­ni­sche Wirtschaftsunion“ ?
-

Dazu kom­men noch jene Teil­ge­bie­te Ita­li­ens, Frank­reichs und Spa­ni­ens, „die sich ihrer ger­ma­ni­schen Wur­zeln bewusst sind und sich ohne­hin abspal­ten wol­len“ (Aula Nr. 9 /2011). Ehr­lich gesagt, sind wir bei den Teil­ge­bie­ten Spa­ni­ens mit den ger­ma­ni­schen Wur­zeln, die schon auf die Abspal­tung war­ten, etwas über­for­dert. Wel­che Ger­ma­nen­stäm­me war­ten da auf die Befrei­ung durch die Frei­heit­li­chen Aka­de­mi­ker­ver­bän­de bzw. die Aula? Die Kata­la­nen? Fehl­an­zei­ge! Die Bas­ken – det­to! Ger­ma­ni­sche Stäm­me wie die Sue­ven und die Goten waren zwar vor lan­ger Zeit als Zuwan­de­rer (Migran­tIn­nen!) auch in Spa­ni­en aktiv, haben aber kaum blei­ben­de Spu­ren hinterlassen.

Auch in einem ange­dach­ten Stamm­ge­biet der „Ger­ma­ni­schen Wirt­schafts­uni­on“, der Schweiz, wird’s nicht so ein­fach, wie sich das Bryn­hild vor­stellt! Was ist mit der ita­lie­ni­schen Schweiz und der Roman­die? Und was wird die SVP bzw. das Schwei­zer Volk ins­ge­samt dazu sagen? Oder wird da nicht lan­ge gefragt?

Als Tod­sün­de müs­sen wir aller­dings wer­ten, dass die klei­ne deutsch­spra­chi­ge Min­der­heit Bel­gi­ens völ­lig unter­schla­gen wur­de. Ob die Nie­der­län­der zu Groß­deutsch­land zäh­len soll­ten, dar­über waren sich schon die Nazis nicht ganz im kla­ren, aber in einer „Ger­ma­ni­schen Wirt­schafts­uni­on“ müss­ten doch auch die frü­he­ren deut­schen Kolo­nien mit­ge­dacht wer­den? Kurz: der Plan von Bryn­hild scheint uns noch nicht ganz aus­ge­reift, obwohl sehr pas­send für die „Aula“!

Ob Möl­zer, der Strip­pen­zie­her, schon an einer Umset­zung oder einem ver­bes­ser­ten Plan arbei­tet? Wir wis­sen es nicht. Wir befürch­ten aller­dings: Bryn­hild bringt’s nicht!