Wiener FPÖ-Funktionär Gudenus ist nicht in der Lage, einfache Texte zu verstehen

Dass FPÖ-Funk­tionäre häu­fig mit Sprechde­fiziten zu kämpfen haben, ist nichts Neues. Sel­ten treten sie aber so deut­lich zu Tage wie beim Wiener FPÖ-Klubob­mann Gude­nus. Den Stan­dard­satz kriegt er in ein­er Presseaussendung unter dem Titel „Neuer Höhep­unkt der Inlän­der-Feindlichkeit“ vom 24. Novem­ber ger­ade noch fehler­frei her­aus: „Das ist doch ein Skandal!“

Viel weit­er scheint seine Kom­pe­tenz jedoch nicht zu reichen. Gude­nus unter­stellt der GPA näm­lich, höhere Gehäl­ter auf Grund von Nation­al­ität zu fordern: „‚Da sollen Migranten für die gle­iche Arbeit mehr bekom­men als unsere Land­sleute’ ”, ist Wiens FP-Klubchef und Bun­desparteiob­mann Mag. Johann Gude­nus empört. Er spricht sich entsch­ieden gegen jegliche Bonus-Zahlun­gen auf­grund fremder Nation­al­ität aus.“

Mit einem realen Sachver­halt hat das selb­stver­ständlich gar nichts zu tun. Die GPA hat nur aufgezeigt, dass im Han­del Englisch‑, Franzö­sisch- oder Rus­sis­chken­nt­nisse mit Gehalt­szuschlä­gen hon­ori­ert wer­den, Türkischken­nt­nisse jedoch nicht; und zwar obwohl auch Türkischken­nt­nisse in vie­len Fällen auf Anord­nung von Arbeit­ge­berIn­nen beru­flich einge­set­zt würden.

Die GPA im Orig­i­nal:

Die berechtigte Frage, ob die Fremd­sprachenken­nt­nisse der Migran­tInnen auch ent­lohnt wer­den, müsse man aber jet­zt the­ma­tisieren, erk­lärt Man­fred Wolf von der GPA-djp. Tat­sache ist, dass Migran­tinnen, die bes­timmte Sprachen sprechen kön­nen, bevorzugt an bes­timmten Stan­dorten einge­set­zt wer­den. Hon­ori­ert wür­den aber diese Zusatzqual­i­fika­tio­nen nicht und hier gilt es anzuset­zen. „Während im ersten Bezirk oder in Frem­den­verkehrsre­gio­nen Sprachken­nt­nisse offen ver­langt und entsprechend ent­lohnt wer­den, wird das bei Migran­tInnen ein­fach ver­schwiegen, obwohl hier die Zusatzqual­i­fika­tion genau­so benötigt wird.“ Warum, fragt sich Wolf, sei dieser Logik zu folge Englisch oder Rus­sisch mehr wert als Türkisch?

Die GPA fordert also wed­er einen Bonus auf Grund von Nation­al­ität noch eine im Ver­gle­ich zu anderen Men­schen bessere Ent­loh­nung von Migran­tInnen. Sie fordert eine gle­iche Bew­er­tung von Zusatzken­nt­nis­sen, die beru­flich einge­set­zt wer­den. Das scheint Gude­nus intellek­tuell zu hoch zu sein. Für die Annahme von FPÖ-Sprachde­fiziten spricht allein der Ein­leitungssatz des Gudenus‘schen Erguss­es: „Die Gew­erkschaft der Pri­vatangestell­ten (GPA) kri­tisiert, dass Zuwan­der­er nicht einen Bonus gegenüber ein­heimis­chen Arbeit­skräften erhal­ten.“ Daraus ist ein einziger Schluss zu ziehen: Es dürfte eine Kor­re­la­tion zwis­chen Xeno­pho­bie und Sprachde­fiziten bestehen.