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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 2 Minuten

Wiener FPÖ-Funktionär Gudenus ist nicht in der Lage, einfache Texte zu verstehen

Dass FPÖ-Funk­tio­nä­re häu­fig mit Sprech­de­fi­zi­ten zu kämp­fen haben, ist nichts Neu­es. Sel­ten tre­ten sie aber so deut­lich zu Tage wie beim Wie­ner FPÖ-Klub­ob­mann Gude­nus. Den Stan­dard­satz kriegt er in einer Pres­se­aus­sendung unter dem Titel „Neu­er Höhe­punkt der Inlän­der-Feind­lich­keit“ vom 24. Novem­ber gera­de noch feh­ler­frei her­aus: „Das ist doch ein Skandal!“

26. Nov. 2011

Viel wei­ter scheint sei­ne Kom­pe­tenz jedoch nicht zu rei­chen. Gude­nus unter­stellt der GPA näm­lich, höhe­re Gehäl­ter auf Grund von Natio­na­li­tät zu for­dern: „‚Da sol­len Migran­ten für die glei­che Arbeit mehr bekom­men als unse­re Lands­leu­te’ ”, ist Wiens FP-Klub­chef und Bun­des­par­tei­ob­mann Mag. Johann Gude­nus empört. Er spricht sich ent­schie­den gegen jeg­li­che Bonus-Zah­lun­gen auf­grund frem­der Natio­na­li­tät aus.“

Mit einem rea­len Sach­ver­halt hat das selbst­ver­ständ­lich gar nichts zu tun. Die GPA hat nur auf­ge­zeigt, dass im Han­del Englisch‑, Fran­zö­sisch- oder Rus­sisch­kennt­nis­se mit Gehalts­zu­schlä­gen hono­riert wer­den, Tür­kisch­kennt­nis­se jedoch nicht; und zwar obwohl auch Tür­kisch­kennt­nis­se in vie­len Fäl­len auf Anord­nung von Arbeit­ge­be­rIn­nen beruf­lich ein­ge­setzt würden.

Die GPA im Ori­gi­nal:

Die berech­tig­te Fra­ge, ob die Fremd­spra­chen­kennt­nis­se der Migran­tIn­nen auch ent­lohnt wer­den, müs­se man aber jetzt the­ma­ti­sie­ren, erklärt Man­fred Wolf von der GPA-djp. Tat­sa­che ist, dass Migran­tin­nen, die bestimm­te Spra­chen spre­chen kön­nen, bevor­zugt an bestimm­ten Stand­or­ten ein­ge­setzt wer­den. Hono­riert wür­den aber die­se Zusatz­qua­li­fi­ka­tio­nen nicht und hier gilt es anzu­set­zen. „Wäh­rend im ers­ten Bezirk oder in Frem­den­ver­kehrs­re­gio­nen Sprach­kennt­nis­se offen ver­langt und ent­spre­chend ent­lohnt wer­den, wird das bei Migran­tIn­nen ein­fach ver­schwie­gen, obwohl hier die Zusatz­qua­li­fi­ka­ti­on genau­so benö­tigt wird.“ War­um, fragt sich Wolf, sei die­ser Logik zu fol­ge Eng­lisch oder Rus­sisch mehr wert als Türkisch?

Die GPA for­dert also weder einen Bonus auf Grund von Natio­na­li­tät noch eine im Ver­gleich zu ande­ren Men­schen bes­se­re Ent­loh­nung von Migran­tIn­nen. Sie for­dert eine glei­che Bewer­tung von Zusatz­kennt­nis­sen, die beruf­lich ein­ge­setzt wer­den. Das scheint Gude­nus intel­lek­tu­ell zu hoch zu sein. Für die Annah­me von FPÖ-Sprach­de­fi­zi­ten spricht allein der Ein­lei­tungs­satz des Gudenus‘schen Ergus­ses: „Die Gewerk­schaft der Pri­vat­an­ge­stell­ten (GPA) kri­ti­siert, dass Zuwan­de­rer nicht einen Bonus gegen­über ein­hei­mi­schen Arbeits­kräf­ten erhal­ten.“ Dar­aus ist ein ein­zi­ger Schluss zu zie­hen: Es dürf­te eine Kor­re­la­ti­on zwi­schen Xeno­pho­bie und Sprach­de­fi­zi­ten bestehen.

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Schlagwörter: FPÖ | Rassismus/Antimuslimischer Rassismus | Wien

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