Reichenthal (OÖ): Braune Schwarzmetalltöne

Die Reak­tio­nen der Fans des North­ern Lights (NL)-Festivals sind heftig, aber zunächst noch vielfältig: Da wird ein­er­seits die Fes­ti­val-Leitung aufge­fordert, dafür zu sor­gen, dass keine Nazi-Bands auftreten („No Pol­i­tics in Met­al“), ander­er­seits wer­den die Kri­tik­er des Fes­ti­vals heftig als „Kulturpanausen“(sic!), „Links­faschis­ten“ oder auch als „Kloake der öster­re­ichis­chen Antifa-Kamar­il­la“ beschimpft. Der „Kuri­er“ wurde gar zum „Spe­ichel­leck­er der Antifa“ erklärt.

Ohne beson­dere Not haben die Ver­anstal­ter und ihre Fre­unde die Kri­tik, die sich zunächst auf einzelne Acts wie etwa die ukrainis­che Band „Kro­da“, die pol­nis­che Band „Saltus“, „Dies Ater“ oder „Djur“ bezo­gen hat, mit unver­hohlen­er Aggres­sion beant­wortet. Zum Disku­tieren waren sie nicht aufgelegt.

Michi“ emp­fiehlt: „Wer für NL han­deln will, soll es tun! Es kann nicht sein, dass wir ruhig und wort­los hin­nehmen, wie man unsere Kul­tur ver­bi­etet!“. Unsere Kul­tur – was ist das? Die Ver­anstal­ter zum The­ma Essen und Trinken auf dem Fes­ti­val: „Für euer leib­lich­es Wohl wer­den wir mit nationaler Kost sor­gen sowie einem Met-Stand und ein­er Schnaps­bar“.

Na gut, man soll nicht einen Satz drama­tisieren, aber was soll man davon hal­ten, wenn auf den Vorschlag von „iamu­sic“, sich ein­fach von extremen Grup­pierun­gen zu dis­tanzieren und sie rauszuschmeißen, Nick­name 123 so antwortet: “Dis­tanzi­er dich doch ein­fach mal von dir selb­st, du Vogel….wer von mir ne dis­tanzierung ver­langt bekommt von mir eine auf die fresse, so siehts aus und jet­zt VERPISS DICH du arschkriech­er!!!!“ Und Michi, anscheinend aus dem Kreis der Ver­anstal­ter, denkt ähn­lich über die „Scheiss-Dis­tanzierung“, die die „Links-Wix­er“ ver­lan­gen: “Fal­lls ihr über­haupt den Arsch in der Hose habt, bei mir aufzukreuzen, beschw­ert euch nach­her nicht,wenn euch Kör­perteile fehlen!“

Black Met­al bzw. Pagan Met­al ist per se keine Nazi-Musik. Durch ihre Sym­bo­l­ik, durch die ver­wen­de­ten Begriffe und ihr Anknüpfen an nordis­ch­er Mythik fungiert sie aber als Ein­fall­stor für Nazi-Grup­pen (NS-Black-Met­al ). Auch das North­ern Lights Fes­ti­val zieht die braunen Mot­ten an. Ein Poster stellt sich als „Feuer­nacht“ vor und ver­weist auf den gle­ich­nami­gen Account bei MySpace.

Dort legt „Feuer­nacht“, die sich als „Nationale Schwarzmet­all­tonkun­st“ ver­ste­ht, mit dem vollen Pro­gramm los, beze­ich­net den „Nationalen Sozial­is­mus“ als „natür­liche Weltan­schau­ung“, stellt sein „Liedgut“ („Leichen­wass­er“, „Hass macht frei“ usw..) vor und lässt sich von Postern wie „Nervengas88“ loben: “Ihr macht echt gute Musik, die eine ein­deutige Botschaft überbringt.“

Die Ver­anstal­ter von NL scheinen kein Prob­lem mit der Nazi-Gruppe „Feuer­nacht“ zu haben und die wiederum keines damit, sich offen auf die neon­azis­tis­chen „Spreelichter“, die auch bei den „Volkstod“-Nazis hoch im Kurs ste­hen, zu beziehen. Die fehlende Dis­tanz und Sen­si­bil­ität ‑das ist das eigentliche Prob­lem der Ver­anstal­ter von „NL“!

Einen guten Ein­blick in die Debat­te um Death und Pagan Met­al bietet: http://www.netz-gegen-nazis.de/frage/metal