Wolfsberg (Ktn): „Blut muss fließen“?

„Bis an mein Ende werde ich kämpfen für mein land — Neo Nazi IST KEIN VERBRECHEN“ postet White Pow­er White Pride am 21.2. auf seine Face­book-Pin­nwand und: „…lasst die Mess­er flutschen in den Juden­leib“ (15.2.2011).

Das Krim­i­nal­refer­at der Polizei Wolfs­berg wurde über den Face­book-Account informiert. Für den Krim­i­nal­ref­er­enten hat die Sache aber noch „zu wenig Sub­strat” (Kleine Zeitung, 1.3.2011).


Die Pin­nwand von „White Power”
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Wie bitte? Der Krim­i­nal­ref­er­ent ist bei diesen Zeilen der Mei­n­ung, „….strafrechtlich gibt es nichts Rel­e­vantes”!

Die „Kleine Zeitung“(1.3.2011) ist der Sache nachge­gan­gen und hat auch das Lan­desamt für Ver­fas­sungss­chutz in Kärn­ten dazu befragt, das von den Kol­le­gen in Wolfs­berg noch nicht informiert wor­den war. Mit­tler­weile ist der Account auf Face­book nicht mehr erre­ich­bar- vielle­icht, weil Face­book sel­ten genug, aber doch Kon­se­quen­zen gezo­gen hat, vielle­icht aber auch, weil es den freimütig beken­nen­den Neon­azis doch etwas zu heiß gewor­den ist.

Das Erschreck­ende ist näm­lich, dass sich inner­halb kürzester Zeit 98 Per­so­n­en als“ Fre­unde“ von White Pow­er White Pride bekan­nt haben. Zwar sind unter ihnen viele aus fer­nen Gegen­den, aber es find­en sich auch etliche aus der engeren Umgebung.

Etwa Alexan­der W. (17), der als seine poli­tis­che Ein­stel­lung FPÖ und „Deutsch­land“ angibt und sich von HC Stra­che inspiri­ert fühlt.

Oder Christoph E., der bis vor kurzem einen NPD-But­ton in sein Pro­fil­fo­to gek­nallt hat und jet­zt auf eine neu­tralere Ansicht umgestiegen ist.

Oder Rene D.(Lui), der sich in der Kärnt­ner Nazi-Skin-Szene schon einen Namen gemacht hat.

Oder Ger­ald H., der auch die Seit­en der NPD-Nor­drhein West­falen liest und mit einem „like it“ belohnt.

Wer sich wie „Rain­er Klaus“ vor ein­er Hak­enkreuz­fahne ablicht­en lässt, muss –egal ob in Öster­re­ich oder der BRD – mit strafrechtlichen Kon­se­quen­zen rechnen.

Wir haben jeden­falls die Namen aller Fre­unde von White Pow­er-White Pride und stellen sie natür­lich für strafrechtliche Ermit­tlun­gen zur Verfügung!

Die konkrete Gefahr oder Bedro­hung von Per­so­n­en, die von ein­er Neon­azi-Gruppe wie dieser aus­ge­ht , ist schw­er über ihr Geschreib­sel auf Face­book zu beurteilen. Aber darf man in dieser Repub­lik offen schon wieder Reime wie „Blut muss Fließen (!) knüp­pel­hageldick – Wir scheißen auf die Frei­heit dieser Juden­re­pub­lick(!)“ schreiben ? Nein, darf man nicht! Die Reak­tion des Wolfs­berg­er Polizeirefer­ats auf die Nach­frage der „Kleinen Zeitung“ ist ein Skan­dal. Es geht hier um NS-Wieder­betä­ti­gung , die in Öster­re­ich ein Ver­brechen ist. Zumin­d­est das sollte sich bis zum Krim­i­nal­refer­at Wolfs­berg schon herumge­sprochen haben!