Rechtsextreme Netzwerke und religiöse Fundis

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Gleich und gleich gesellt sich bekannt­lich sehr ger­ne: Die „Pius-Bru­der­schaft“ will Wal­ter Mari­no­vic ein­la­den. Das ist eine Geschich­te mit nun wirk­lich sehr vie­len Facetten.

Zur Per­son Mari­no­vic: Laut „Kath-Web“ ist er „ein in der rechts­extre­men Sze­ne gefrag­ter Vor­tra­gen­der“. Kann man sagen! Noch­mals Kath-Web: „Mari­no­vic gilt laut ´Report‚ als ein­fluss­rei­cher Autor und Red­ner der rechts­extre­men Sze­ne in Öster­reich und Deutsch­land mit Ver­bin­dun­gen zu DVU und NPD.“ Mari­no­vic hat übri­gens zudem – so ein Zufall – enge Kon­tak­te zur FPÖ und wur­de am 15.4.2009 von Mar­tin Graf als Refe­rent ins Par­la­ment ein­ge­la­den. Ich habe damals öffent­lich dage­gen pro­tes­tiert. Und einen „offe­nen Brief“ an die Par­la­ments­par­tei­en verfasst.
Eine ande­re Facet­te ist das Ver­hält­nis des BZÖ-Abge­ord­ne­ten Ewald Stad­ler zur „Bru­der­schaft“. Dabei han­delt es sich ja auch um „Brü­der im Geis­te“ oder zumin­dest galt das lan­ge Zeit: Stad­ler glaubt, dass „die EU das wich­tigs­te Instru­ment der frei­mau­re­ri­schen Poli­tik“ sei. Gegen­wär­tig sei­en die „Mau­rer […] damit beschäf­tigt, eine Zivil­re­li­gi­on mit dem Holo­caust als Zen­trum auf­zu­bau­en“. Passt doch wun­der­bar zu den Pius-Brü­dern und Marinovic!

Es ist lei­der offen­kun­dig, dass das rechts­extre­me Netz­werk in Euro­pa nicht nur Par­tei­en umfasst, son­dern auch schein­bar reli­giö­se Orga­ni­sa­tio­nen und tief in katho­lisch-fun­da­men­ta­lis­ti­sche Krei­se reicht. Wenn die katho­li­sche Kir­che in ihrer gegen­wär­ti­gen Situa­ti­on ihre Glaub­wür­dig­keit nicht wei­ter beschä­di­gen will, muss sie einen kla­ren Schluss­strich unter ihre Bezie­hung zu den Pius-Brü­dern zie­hen statt – wie der gegen­wär­ti­ge Papst – Über­le­gun­gen anzu­stel­len, sie wie­der stär­ker zu integrieren.

Eine Anmer­kung zum Schluss: Letz­ten Frei­tag wur­de der „Pius-Bru­der“, lefeb­v­ris­ti­scher Bischof und Holo­caust-Leug­ner Richard Wil­liam­son wegen Volks­ver­het­zung zu einer Geld­stra­fe von 10.000 Euro verurteilt.

Text: Harald Walser