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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Razzia bei „Reichsideologen“ und Nazi-Druiden mit Ö‑Anschluss

In sechs deut­schen Bun­des­län­dern fan­den am 25.Jänner 2017 Haus­durch­su­chun­gen statt, bei denen zwölf Woh­nun­gen durch­sucht wur­den. Bei der Raz­zia, die sich gegen Per­so­nen aus dem Umfeld der Reichs­bür­ger-Sze­ne rich­te­te, wur­den nach Anga­ben der Poli­zei Schuss­waf­fen, Muni­ti­on und Spreng­mit­tel sicher­ge­stellt. Der Haupt­ver­däch­ti­ge, der vor­läu­fig fest­ge­nom­men wur­de, ist ein Nazi-Drui­de aus Baden-Würt­tem­berg, der auch etli­che Öster­reich-Kon­tak­te hat.

26. Jan. 2017

Die Beschul­dig­ten bzw. ihr Chef ste­hen im Ver­dacht, Angrif­fe auf Poli­zis­ten, Flücht­lin­ge und Men­schen jüdi­schen Glau­bens geplant zu haben. Der Ber­li­ner „Tages­spie­gel“ wirk­te ver­wun­dert: „… aus dem fried­fer­tig wir­ken­den Kauz, der auf Mit­tel­al­ter­märk­ten auf­trat, ist offen­bar ein Rechts­extre­mist gewor­den. Einer, der sich mut­maß­lich soweit radi­ka­li­siert hat, dass er an der Bil­dung einer Ter­ror­grup­pe betei­ligt war, womög­lich sogar als ein füh­ren­der Kopf.“

Es war nicht ver­wun­der­lich, son­dern schon vor Jah­ren fest­stell­bar, dass Karl Burg­hard Ban­gert ali­as Bur­gos von Bucho­nia, um nur eines sei­ner Fake-Pro­fi­le zu nen­nen, zwar als nai­ver Drui­de auf­tritt, aber ein wil­der Anti­se­mit und Nazi ist. 2013 schrieb über ihn die „Wie­ner Zei­tung“: „Der ehe­ma­li­ge Ver­si­che­rungs­ver­tre­ter mit bür­ger­li­chem Namen Burg­hard Ban­gert, optisch zwi­schen Mira­cu­lix und Gan­dalf ange­sie­delt, der sich als kel­ti­scher Drui­de bezeich­net, aber das Chris­ten­tum gegen die Mus­li­me ver­tei­digt, gilt in der Sze­ne vie­len als Integrationsgestalt.“

Burghard Bangert, alias Burgos von Buchonias, sucht "Juristen für den deutschen Volksgerichtshof", einer Anleihe aus dem Dritten Reich...
Karl Burg­hard Ban­gert, ali­as Bur­gos von Bucho­ni­as, sucht „Juris­ten für den deut­schen Volks­ge­richts­hof”, einer Anlei­he aus dem Drit­ten Reich…

Die „Wie­ner Zei­tung“ ließ sich damals aber nicht täu­schen: „… auf der Face­book-Sei­te Bur­gos von Bucho­ni­as bei­spiels­wei­se ent­deckt man, neben Bil­dern von soge­nann­ten Kraft­blu­men und Kraft­tie­ren, auch State­ments (20. August 2012), die von einer Ein­stel­lung weit rechts der Mit­te zeugen.“

Burghard Bangert, alias Burgos von Buchonias, erklärt wie das mit der Staatenneugründung funktionieren soll...
Karl Burg­hard Ban­gert, ali­as Bur­gos von Bucho­ni­as, erklärt wie das mit der Staa­ten­neu­grün­dung funk­tio­nie­ren soll…

Ban­gert gilt in den lau­fen­den Ermitt­lun­gen, die die deut­sche Bun­des­an­walt­schaft gegen ins­ge­samt sie­ben Beschul­dig­te führt, als Haupt­ver­däch­ti­ger. Noch ist über die ande­ren Ver­däch­ti­gen so gut wie nichts bekannt, aber nach allem, was wir über Ban­gert und sei­ne Akti­vi­tä­ten in den letz­ten Jah­ren wis­sen, dürf­ten sie auch im Kreis der Grup­pen „Deut­scher Wider­stand“ bzw. frü­her „Die Wei­ßen“ zu fin­den sein.

Die Radi­ka­li­sie­rung von Ban­gert in den letz­ten Jah­ren war deut­lich erkenn­bar. „Zu lan­ge geschwie­gen“ habe er, pos­te­te er schon im August 2015 auf Face­book. Jetzt müs­se mit dem „Auf­räu­men“, einer „Säu­be­rungs­ak­ti­on sta­li­nis­ti­schen Aus­ma­ßes“ begon­nen wer­den: „Die Fein­de mei­ner Fami­lie, mei­ner Sip­pe, mei­nes Stam­mes und nicht zuletzt mei­nes Vol­kes wer­de ich vernichten.“

Burghard Bangert, alias Burgos von Buchonias, teilt mit, dass (im Feb. 2016) mit dem "Töten begonnen" wurde...
Burg­hard Ban­gert, ali­as Bur­gos von Bucho­ni­as, teilt mit, dass (im Feb. 2016) mit dem „Töten begon­nen” wurde…

Das war 2015. Die ange­kün­dig­te Über­sied­lung von Face­book auf das rus­si­sche Por­tal vk.com voll­zog er nur inkon­se­quent, dafür arbei­te­te er beharr­lich an der Reduk­ti­on sei­nes Face­book-Freun­des­krei­ses. Im Herbst 2015 beschimpf­te er sei­ne noch ver­blie­be­nen 305 FB-Freund­schaf­ten als „fei­ge Spio­ne“. Alle, die er als „schwul“ erkannt wis­sen woll­te, weil sie Regen­bo­gen­far­ben auf ihren FB-Pro­fi­len zeig­ten, warf er gna­den­los raus.

Das dürf­te eigent­lich noch kein Motiv gewe­sen sein, um den Wie­ner Vize­bür­ger­meis­ter aus der Freund­schafts­lis­te zu ent­fer­nen. Aber viel­leicht hat Johann Gude­nus selbst die Reiß­lei­ne gezo­gen? Jeden­falls ziem­lich spät, denn Ende 2014 waren die bei­den noch befreun­det, so wie etli­che ande­re aus dem blau­en Umfeld auch.

Burghard Bangert, alias Burgos von Buchonias, befreundet mit u.a. Johann Gudenus (Nov. 2014)
Burg­hard Ban­gert, ali­as Bur­gos von Bucho­ni­as, befreun­det mit u.a. Johann Gude­nus (Nov. 2014)

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