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Filter Schlagwort: Tirol

Innsbruck: Brutaler Racheakt von Neonazis

In der Nacht zum Sonntag, 5.12., kam es vor einer Diskothek im Stadtteil Wilten zu einer brutalen Attacke auf ein Innsbrucker Ehepaar. Fünf zunächst unbekannte Burschen haben gegen 5 Uhr den 28-jährigen Mann und die 27-jährige Frau attackiert, zu Boden geschlagen und schwer verletzt. Weiter…

Innsbruck: Eso -Messe mit Antisemitem

Dieses Wochenende findet vom 19. -21.11. in Innsbruck die Esoterik- und Naturheilkunde-Messe statt. Für 10 Euro Eintritt kann man sich bei Palmblatt-Lesungen, geistiger Wirbelsäulenbegradigung oder sonstigem esoterischem Schmus vergnügen. Der Blick ins Jenseits darf natürlich nicht fehlen.

Einer der besonderen Reinkarnationsspezialisten, die in Innsbruck auftreten, ist Trutz Hardo, der mit bürgerlichem Namen Trutz Hardo Hockemeyer heißt. Trutz Hardo hat sich auch als Buchautor einen Namen gemacht – und was für einen! Im Rahmen der Reihe „Sieben Farbromane“ veröffentlichte er das Buch „Jedem das Seine“. Der Buchtitel ist ident mit der Losung, die über dem Eingangsportal zum KZ Buchenwald steht („Suum cuique“).

Nicht wegen des Titels, sondern wegen der widerlichen Behauptung, beim Holocaust handle es sich um eine kollektive karmische Reinigung, die ermordeten Juden hätten ihr Schicksal gesucht, um ihre Schuld aus früheren Leben zu sühnen, wurde er in der BRD wegen Volksverhetzung verurteilt.

Öffentliche Auftritte von Trutz Hardo wie der beim ARD- Magazin „Polylux“(spiegel.de) endeten zumeist mit einer Distanzierung und Entschuldigung der Redaktion. Im Falle der Esoterik-Messe Innsbruck wissen es die Veranstalter ja schon vorher – sie haben genügend Zeit, um dem Antisemiten Hardo die österreichische Gesetzeslage zu erklären: das NS-Verbotsgesetz (§ 3g) und den Verhetzungsparagraphen (§ 283 StGB). Denn wenn die Veranstalter der Eso-Messe ab jetzt nicht aufpassen, sind sie mit dabei!

Tirol: Wieder Verurteilung wegen NS-Wiederbetätigung

Die Justiz hat derzeit einiges zu tun. Nach dem Wiederbetätigungsprozess Anfang der Woche gegen einen Osttiroler stand am Freitag,12.11., ein Tiroler aus dem Unterland wegen Wiederbetätigung vor einem Innsbrucker Geschworenengericht. Die Vorwürfe gegen ihn: er habe im Vorjahr mitten in einem Dorfzentrum Nazilieder gegrölt und durch seine Bekleidung (T-Shirts mit rassistischen Aufdrucken und getarnten Neonazi-Botschaften) ebenfalls gegen das Verbotsgesetz verstoßen. Der Angeklagte war geständig und wurde zu 6 Monaten bedingt sowie 3.600 Euro Geldstrafe verurtelt.

Osttirol: „Heil Hitler“ auf dem Ochsenbug

Die“ Kleine Zeitung“ (9.11.2010) berichtet über einen Wiederbetätigungsprozess vor dem Innsbrucker Schwurgericht. Einem 20-jährigen Osttiroler und Mitglieder eines Schützenvereins wurde vorgeworfen, dass er nicht nur zahlreiches Propaganda-Material (vor allem Neonazi-Songs) bei sich zuhause gehortet hatte, sondern auch, dass er mit einem Freund auf dem Ochsenbug /Berg zwischen Matrei und Virgen) unter Hitlergruß die altdeutsche Fahne gehisst hat. Das Duo hat sich dabei selbst fotografiert. In einem Brief an einen mittlerweile inhaftierten Kopf der Nazi-Szene (der mittlerweile in Haft ist) hat er den Feinden mit einem Brand gedroht, der „das ganze Abendland“ erfassen werde. Weiter…

AFP tagte 2009 im Dölsacher Gemeindesaal!

Bis jetzt war uns der genaue Tagungsort für die AFP-Akademie 2009 ja nicht bekannt: die AFP nannte Lienz als Tagungsort. Nachdem die AFP ihren Bericht über die Tagung 2010 mit einem illustrativen Foto geschmückt hat, wissen wir: die Tagung 2009 fand im Gemeindesaal von Dölsach in Osttirol statt. Weiter…

Ebbs (Tirol): Reumütig und mittlerweile ohne Tattoo 88

Eine Halskette mit dem Hakenkreuz, Nazi-Musik, die er seinen Freunden vorspielte (und damit nicht beeindrucken konnte) und die 88 auf der Brust, umrahmt von einem Lorbeerkranz: Insignien eines jungen Tiroler Neonazi, der sich deshalb am 24. 8. 2010 vor einem Innsbrucker Geschworenengericht wegen NS-Wiederbetätigung verantworten musste. Weiter…

NÖ: Der Südtirol -Ideologe aus dem Mostviertel vor Gericht

„Ja, ich bin ein Nationaler und ein Rechter!“ Mit diesen Worten rechtfertigte sich der 32-jährige Andreas M. im August vor einem Geschworenengericht in St. Pölten, das über den Vorwurf der NS-Wiederbetätigung durch M. zu urteilen hatte. Andreas M., der noch im Vorjahr als Redner auf dem Neonazi-Treffen „Fest der Völker“ (12.9.2009 in Pößneck/Thüringen) zur „Südtirol-Problematik“ angekündigt war, gab sich vor Gericht kuschelweich. „Ich habe mich vom nationalsozialistischen Gedankengut distanziert“, erklärte er laut NÖN. Die Geburt seines Sohnes habe ihn geändert, seine Skin-Zeiten seien schon lange vorbei.

Bei dem ehemaligen Herausgeber der Zeitschrift „Sieg und Tod“ waren in seinem KFZ CDs mit rassistischen und nazistischen Inhalten und Covers gefunden worden, in seinem Haus auch einschlägige Zeitschriften. Gegen M. waren schon zuvor mehrfach Ermittlungen geführt worden, die aber wieder eingestellt wurden.

Welch Geistes Kind M. noch in jüngster Vergangenheit war, wird durch einen Beitrag der Antifa Meran deutlich:

„Zwei Leidenschaften prägen den Niederösterreicher Andreas Mayerhofer: Südtirol und die rechtsextreme Ideologie. Und deshalb führt er einen wutentbrannten Kampf für seine im Frühjahr verhafteten Nazi-Freunde.
Wir erinnern uns: Im Frühjahr 2008 wurden 16 Neonazis aus dem Burggrafenamt verhaftet. Zudem gab es unzählige Hausdurchsuchungen, zwei davon auch in Österreichs. Wen verwundert’s, dass die österreichischen und italienischen Sicherheitskräfte auch in Lichtenau im Waldviertel/Niederösterreich auftauchten, und die Wohnung von Herrn Mayerhofer genauer unter die Lupe nahmen?“
(26.11.08)


Andreas M.

Nun, den Wohnsitz hat M. mittlerweile gewechselt, von einem Gesinnungswechsel ist nichts bekannt geworden . Die Geschworenen glaubten seiner Verantwortung und dem flammenden Plädoyer seines Verteidigers Andreas Mauhart nur bedingt und befinden Andreas M. in einigen Punkten der Anklage für schuldig. Das Urteil (noch nicht rechtskräftig): 2 Jahre bedingt.

P.S.: Die „Südtirol“- Frage beschäftigt nicht nur von Zeit zu Zeit die FPÖ oder den Dritten Präsidenten, sondern auch immer wieder die Neonazis. Die harte Nuss für sie ist nicht bloß die Frage, wem Südtirol angegliedert werden soll (Österreich, Deutschland, Deutsches Reich?), sondern auch der Umgang mit den italienischen Neofaschisten, die Südtirol als italienisches Siedlungsgebiet reklamieren. Die einen haben den Hitler-Mussolini-Pakt von 1939 (die faktisch zwangsweise Umsiedlung der deutschsprachigen Südtiroler in das Nazi-Reich) verdrängt, die anderen pochen auf ihn. Auch Andreas Mayerhofer versteht die Welt, die Geschichte und die NeofaschistInnen nicht mehr und postet pathetisch, aber nicht ganz deutsch an die „Lieben Kameraden“:

„Die Veranstaltung vom 8. November 2008 zur 90-igjährigen Abtrennung unseres geliebten Süd-Tirols sollte jeden (sic!) zu Denken (sic!) geben und die berechtigte Frage aufwerfen ob man wirklich mit italienischen Faschisten (?Kameraden?) zusammenarbeiten kann!
Denn wenn deutsche Südtiroler beleidigt werden, so beleidigt man hiermit das ganze deutsche Volk und nicht nur unsere Brüder in Süd-Tirol!!!
Faschismus ist keine Meinung – sondern eine Geisteskrankheit
Gegen Faschismus – Für Tirol
Kundgebung Bozen, am 8. November 2008

Was nationale Charaktere und faschistische Kreaturen unterscheidet, daß (sic!) kann man sehr deutlich erkennen wenn man sich nach Süd-Tirol begibt und dort einer Schützenveranstaltung beiwohnt!“

Kirchberg (Tirol): NS-Erlebniswochenende mit braunem Aufguss

Der Ort ist nicht zufällig gewählt. Nachdem die „Zeitgespräche“ des rechtsextremen Druffel-Verlages 2008 in Dresden abgesagt werden mussten, wurde das „Erlebniswochenende Geschichte“ 2009 nach Österreich, konkret in ein Salzburger Hotel verlegt. Nach der Veranstaltung beteuerte das Hotel zwar, in Zukunft keine derartige Veranstaltung mehr zu akzeptieren, aber: die Veranstaltung konnte stattfinden! Wie schon üblich, beobachtete der Verfassungsschutz, sah aber keinen Grund zum Einschreiten. Weiter…