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„Stoppt die Rechten“ ist eine unabhängige, antifaschistische Plattform, die Rechtsextremismus und Neonazismus in Österreich sichtbar macht, analysiert und dokumentiert – mit dem umfassendsten öffentlich zugänglichen Online-Archiv zu rechtsextremen Entwicklungen und Vorfällen in Österreich.

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Lesezeit: 3 Minuten

Strache denkt nach

Medi­en­schlag­zei­len über sich im Jahr 2021 hat­te sich Heinz-Chris­ti­an Stra­che einst wohl anders vor­ge­stellt, denn er könn­te jetzt im vier­ten Jahr der Koali­ti­on mit den Tür­ki­sen wohl noch immer die Rol­le des Vize­kanz­lers die­ser Repu­blik spie­len – wäre da nicht Ibi­za dazwi­schen­ge­kom­men. So stand er aber als demon­tier­ter Poli­ti­ker vor Gericht und muss­te sich wegen des Vor­wurfs der Bestech­lich­keit ver­ant­wor­ten. Eini­ge treue Fans hat er aber immer noch, und die sind über das Urteil vom letz­ten Frei­tag – mil­de aus­ge­drückt – empört.

31. Aug. 2021

Der Ex-Par­tei­chef der Blau­en reiht sich mit dem Schuld­spruch und einer Stra­fe über 15 Mona­te bedingt in die län­ge­re Lis­te jener (Ex)FPÖ-Politiker*innen, die vor Gericht ver­ur­teilt wur­den – bei Stra­che ist’s noch nicht rechts­kräf­tig. Der lässt sei­ne „lie­ben Freun­de“ auf Face­book an sei­nen Gedan­ken­gän­gen teil­ha­ben und teilt mit, dass er wie­der ein­mal über sei­ne per­sön­li­che Zukunft nach­den­ken wird. Mög­li­cher­wei­se ist ihm klar gewor­den, dass die nicht in der Poli­tik lie­gen wird. Auf „oe24” jam­mert er, dass sein Glau­be an den Rechts­staat ins Wan­ken gera­ten sei, bedankt sich aber gleich­zei­tig über das fair geführ­te Ver­fah­ren. Also alles ok, nur das Urteil nicht? Als Kron­zeu­gen zitiert Stra­che aus­ge­rech­net Andre­as Unter­ber­ger, der schon längst ans rechts­extre­me und ver­schwö­rungs­ideo­lo­gi­sche Ufer abge­wan­dert ist und über die Jus­tiz als einer „unkontrollierbare[n] Macht im Staat” schwafelt.

Stra­ches „Freun­de“ bedan­ken sich jeden­falls artig mit einer Mischung von auf­mun­tern­den Kalen­der­sprü­chen, Durch­hal­te­pa­ro­len und einem Empö­rungs­ka­rus­sel, das sich gegen so ziem­lich alles und alle rich­tet, was als Feind­bild irgend­wie geeig­net scheint.

Kalenderspruch für Strache: Wenn du denkst es geht nicht mehr ... (Screenshot FB)
Kalen­der­spruch für Stra­che: Wenn du denkst es geht nicht mehr … (Screen­shot FB)

die­se ver­säuch­ten bas­darde waren alle samt mit drinnen!!!türkis Grü­nen bezahl­ten Medien!!!es ist ein­fach zu kot­zen erst war es Jörg dann du und nun gehn sie auf den ein­zi­gen der für uns mit uns geht kickl!!!aber wir schaf­fen es!!!für uns gibt es nur eine Par­tei das ist und bleibt für immer FPÖ!!!aufgeben dut kann ein Brief und packet

Rich­tig zur Sache geht’s aber nicht auf Stra­ches Face­book-Pro­fil, son­dern in den Fan-Grup­pen, allen vor­an in der Grup­pe „Lis­te HC-Stra­che“, wo sich ein Mob regel­mä­ßig wie in einem vir­tu­el­len Speib­sa­ckerl unge­bremst ent­lädt. Die nicht über­rra­schen­de Quint­essenz: Stra­che ist Opfer, alle ande­ren sind die Täter.Da ist noch ver­gleichs­wei­se harm­los von einem „Schau­pro­zesss“ und „Schand­ur­teil“ die Rede oder: „Der polit. Hexen­pro­zess kann sich sehen las­sen, die ehe­ma­li­gen Hen­ker wür­den vor Neid erblassen“

Vol­ler „Empa­thie“ äußert sich Isa­bel­la, die sich dar­über auf­regt, dass sie nicht unge­straft Aus­län­der beschimp­fen kann: „Lie­ber Herr Stra­che ich habe das selbst mit machen Müs­sen nur ich habe einen Aus­län­der Beschimpft und habe eine Geld­stra­fe von 2.500€ bekom­men oder 180 Tage zum Absit­zen das sind die Öster­rei­chi­sche n Rich­ter alles gute LG“

Natür­lich gibt’s auch jede Men­ge ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Content:

„Jörg Hai­der wur­de zum Opfer, HC hat­te bis jetzt Glück, der Boots­brand ist noch immer nicht aufgeklärt!
Ein­fach Nachdenken!“

„Die­se gekauf­ten ver­bre­cher haben es wie­der geschafft der eine wur­de ver­un­fallt, die­ser wur­de so abgeschossen.“

Über die Rich­te­rin: „Wur­de eben auch besto­chen. Kön­nen eben auch nicht genug krie­gen und wenn sie noch soviel verdienen.“

Einer hat auf Stra­ches Account noch einen Tipp für Stra­che: „Bezüg­lich Ihrer wei­te­ren Zukunft hät­te ich da eine Idee. Bewer­ben Sie sich doch als Stall­bur­sche am Georgs­hof, immer an der fri­schen Luft, und das aus­miess­ten den­ke ich liegt Ihnen doch sicherlich“

Und der­je­ni­ge, der zum Pro­zess schrieb und dabei nicht die Ange­klag­ten mein­te, „Das sind Dreck­schwei­ne“, wird in einer ande­ren Sache bald Post von der Jus­tiz bekom­men – dar­über aber gibt‘s in Kür­ze mehr in einem wei­te­ren Beitrag.

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