Videotipp: Die Politik mit der Angst

Die Sprachwissenschafterin Ruth Wodak hat ihr 2016 erschienenes, viel beachtetes Buch „Politik mit der Angst. Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse“ überarbeitet und aktualisiert. Wie sie die Entwicklungen auch mit Blick auf das besondere Krisenjahr 2020 sieht und beurteilt, führt sie im Gespräch mit dem Historiker Philipp Blom aus.

Eines demonstriert bereits die Entwicklung der letzten Jahre: Ruth Wodak hat ihrem 2016 erschienenen und nun überarbeitetem Buch einen neuen Untertitel verpasst: Aus „Zur Wirkung rechtspopulistischer Diskurse“ wurde „Die schamlose Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse“. Das gibt bereits die Richtung vor, in die Wodak mit ihrer Analyse steuert.

Was an sprachlichem Rowdytum, an Beleidigung und Ausgrenzung von Minderheiten, an Verlogenheit noch vor wenigen Jahren undenkbar war, ist heute in den Mainstream vorgedrungen, ist vielfach „normalisiert“. Hass und Rassismus sind salonfähig geworden. Für Lügen muss man sich nicht mehr entschuldigen, schlechtes Benehmen wird als ansprechendes, attraktives Mittel zum Protest gegen sogenannte „Eliten“ geschätzt. Dies alles steht im Zusammenhang mit einem „Rechtsruck“ des politischen Spektrums in vielen europäischen Ländern (und auch darüber hinaus). Schrittweise werden pluralistische Demokratien ausgehöhlt. Im Bruno Kreisky Forum diskutiert Ruth Wodak mit Philipp Blom über ihre Beobachtungen und Erkenntnisse. (Bruno Kreisky Forum)

Phlipp Blom im Gespräch mit Ruth Wodak. Gespräch aufgezeichnet im Bruno Kreisky Forum am 16.11.2020 (58’10“)

Ruth Wodak: Politik mit der Angst. Die schamlose Normalisierung rechtspopulistischer und rechtsextremer Diskurse Völlig neu bearbeitete Ausgabe, Edition Konturen, 336 Seiten.

Ruth Wodak ist auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats von „Stoppt die Rechten“