FPÖ (III): Halbwahrheiten statt Hilfe

HC Stra­che veröf­fentlicht auf sein­er Face­book-Seite Ein­drücke der Frau Cor­nelia Kran­ner, die nach ein­er Rei­he schw­er­er Erkrankun­gen zulet­zt an Mor­bus Hodgkin erkrankt ist. Eine schwere Krankheit mit in der Regel belas­ten­der Strahlen- und Chemother­a­pie. Frau Kran­ner erzählt aber kaum etwas über ihre Erkrankung, son­dern schimpft viel mehr über „die Asy­lanten und die Aus­län­der“, mit denen das ein Wahnsinn sei.

„Trotz Krebs bekam sie nur 150 Euro Kranken­geld. Für jede Chemother­a­pie musste sie bezahlen“, das ist die ankla­gende Botschaft der FPÖ, die zu Beginn des Videos einge­blendet wird. Halb­wahrheit­en! Frau Kran­ner erzählt im Video, dass sie zulet­zt ger­ingfügig beschäftigt war und sich selb­st ver­sichert hat­te. Eine äußerst gün­stige Möglichkeit, um sich in Pen­sions- und Kranken­ver­sicherung einzuk­linken. Um die 60 Euro zahlt man dafür. Frau Kran­ner erhielt nach eige­nen Angaben 150 Euro Kranken­geld. Das ist sehr wenig – keine Frage, aber als ger­ingfügig Beschäftigte hat­te sie zuvor auch sehr wenig Einkom­men. Die Art der Erkrankung hat natür­lich – anders als die FPÖ-Botschaft nahelegt – keinen Ein­fluss auf die Höhe des Kranken­gelds. Die wird nur bes­timmt durch das zulet­zt bezo­gene Einkommen.

Der zweite Satz ist eine empörende Falschmel­dung. Eine Chemother­a­pie kann hohe Kosten verur­sachen. Musste Frau Kran­ner wirk­lich für jede Chemo, die ja in mehreren Zyklen verabre­icht wird, bezahlen? Nein, natür­lich nicht. Frau Kran­ner musste – so wie alle Kreb­spa­ti­entIn­nen, die in ambu­lanter mehrstündi­ger Sitzung im Spi­tal ihre Infu­sion erhal­ten – den Spi­tal­skosten­beitrag von etwa 11 Euro pro Tag bezahlen. Ein unsin­niger und bürokratis­ch­er Selb­st­be­halt, aber weit ent­fer­nt von ein­er Bezahlung der Kosten ein­er ‑in der Regel teuren — Chemotherapie.

Mit den Asy­lanten und Aus­län­dern, über die Frau Kran­ner zum Gaudi­um der FPÖ herzieht, hat das alles nichts zu tun! Frau Kran­ner erhält mit­tler­weile Reha­bil­i­ta­tion­s­geld. Das wird üblicher­weise in der Höhe des Kranken­geldes aus­bezahlt. Weil aber die Grü­nen (und die AK) bei der Ein­führung des Reha-Geldes auf eine Sock­elung gedrängt haben, erhält Frau Kran­ner das Reha-Geld in der Höhe des Ausgleichszulagenrichtsatzes.